Rätsel um Northvolt-Insolvenz: Schleswig-Holstein fordert Klarheit
Der Fraktionsvorsitzende der FDP in Schleswig-Holstein, Christopher Vogt, hat die Bundesregierung zu einer umfassenden Aufklärung der Umstände rund um die Ansiedlung des in Konkurs gegangenen schwedischen Batterieherstellers Northvolt bei Heide aufgefordert. Angesichts des öffentlichen Interesses verlangt Vogt nach Antworten darüber, welche Fehler gemacht wurden und wer dafür verantwortlich ist.
Vogt appelliert an die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, das bislang unter Verschluss gehaltene Gutachten des Beratungsunternehmens PwC endlich zu veröffentlichen. Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte dieses im Jahr 2024 noch als streng vertraulich eingestuft, um Fragen der Ausschüsse sowohl im Bundestag als auch im Landtag abzublocken.
Bereits aus Teilen der nun zugänglichen Akten geht hervor, dass der damalige Minister Druck auf die Regierung in Schleswig-Holstein ausübte, um die Förderung des schwedischen Projekts über eine Wandelanleihe von 600 Millionen Euro sicherzustellen. Diese Summe wurde von Bund und Land jeweils zur Hälfte aufgebracht.
Obwohl Northvolt am 12. März Insolvenz anmeldete, bleibt die Zukunft der geplanten Produktionsstätte bei Heide unklar, da die deutsche Projektgesellschaft nicht unmittelbar betroffen ist. Unterdessen bleibt offen, wie hoch die finanziellen Belastungen Deutschlands durch die Insolvenz letztlich ausfallen werden.
Der Bund hatte bereits 2020 eine Finanzierungstranche kommerzieller Banken über 525 Millionen US-Dollar für Northvolt abgesichert, um die deutsche Automobilindustrie zu unterstützen. Zudem flossen rund 600 Millionen Euro von der KfW in den Fabrikbau bei Heide. Weitere 20 Millionen Euro wurden für Zinsen und Kosten verwendet.
Trotz genehmigter EU-Fördergelder in Höhe von 700 Millionen Euro wurden bisher keine Mittel freigegeben. Laut Insolvenzverwalter Mikael Kubu wurde die Produktion am zentralen Standort bereits vollständig eingestellt, nachdem sie mit reduzierter Belegschaft und Hilfe von Scania, dem einzigen Kunden, bis zuletzt aufrechterhalten werden konnte.

