Putins Siegesgewissheit und diplomatische Herausforderungen in Ukraine-Krise
Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit hochrangigen Militärs seinen Optimismus hinsichtlich der Entwicklungen im Ukraine-Konflikt bekräftigt. Nach seinen Aussagen habe die russische Armee in diesem Jahr bereits über 300 Ortschaften in der Ukraine eingenommen. Darunter befänden sich auch größere Städte, die sich die ukrainische Seite zu Festungen ausgebaut habe. Putin betonte, dass die russischen Streitkräfte im Gegensatz zu den ukrainischen im Aufwind seien und erwarte eine Zunahme des Eroberungstempos durch gesammelte Erfahrungen.
Trotz der militärischen Fortschritte betonte Putin, Russland ziehe die Diplomatie vor, sei jedoch bereit, seine "historischen Territorien" auf militärischem Wege zurückzuerlangen. Er bekräftigte seinen Plan, eine etwa 30 Kilometer lange Sicherheitszone entlang der russischen Grenze in der Ukraine zu schaffen. Zugleich stellte er die eigene Armee und Rüstungsindustrie als überlegen dar, verweist dabei auf erfolgreiche Tests von Militäreinheiten wie dem strategischen Marschflugkörper Burewestnik und dem Unterwasserapparat Poseidon.
Des Weiteren lobte Putin den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump für die Fortschritte in den Verhandlungen mit der neuen US-Regierung, stellte jedoch fest, dass der kollektive Westen die Verantwortung für den Ukraine-Konflikt trage. Der Kreml registrierte zudem den Vorstoß europäischer Staaten, ausländische Truppen in der Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand zu stationieren. Kremlsprecher Dmitri Peskow machte erneut klar, dass Russland einer solchen Stationierung ablehnend gegenübersteht.
In Gesprächen zwischen Europäern und Ukrainern in Berlin wurde erneut die Möglichkeit einer multinationalen Truppe angesprochen, die die Einhaltung eines Waffenstillstands überwachen könnte. Doch die Details, einschließlich der Zusammensetzung dieser Truppe, sind noch unklar. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich gegenüber einer Beteiligung der Bundeswehr zurückhaltend, während Russland auch nicht offiziell über die Pläne informiert wurde. Eine Teilnahme von US-Verhandler Steve Witkoff in Moskau wird diese Woche nicht mehr erwartet, wodurch die Diskussion über eine mögliche Konfliktregulierung öffentlich nicht weiter geführt wird.
Außenminister Sergej Lawrow hatte jüngst betont, dass westliche Truppen in der Ukraine für Russland sofort zu legitimen Zielen würden, und warnte vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Putin verfolgt dabei weiterhin das Ziel, einen Nato-Beitritt der Ukraine zu verhindern und verweist auf das Nichterweiterungsversprechen seitens der Nato.

