Putins Paradediplomatie: Krieg, Geschichte und internationale Gäste
Die jüngste Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau diente Kremlchef Wladimir Putin als Plattform, um die historischen Parallelen zu ziehen, die seiner Meinung nach den aktuellen Konflikt in der Ukraine mit der Verteidigung der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg verbinden. Der russische Staatschef sieht sein Land als Bollwerk gegen Nazismus, Russophobie und Antisemitismus und erklärt entschlossen, dass Russland gegen die Exzesse dieser Ideologien vorgehen werde.
Putins Rede hebt die Solidarität des russischen Volkes mit den Kämpfern der sogenannten "militärischen Spezialoperation" in der Ukraine hervor und unterstreicht seine Überzeugung, dass Wahrheit und Gerechtigkeit auf Russlands Seite stehen. In seinen Ausführungen zur Geschichte stellt er fest, dass die Soldaten der Sowjetarmee maßgeblich zum Sieg über das nationalsozialistische Deutschland beigetragen hätten – eine Bemerkung, die indirekt eine frühere Aussage von Ex-US-Präsident Donald Trump konterkariert, in der dieser die Rolle der US-Armee betonte.
Obwohl Putin die westlichen Alliierten im Einzelnen unerwähnt lässt, lobt er den Beitrag Chinas – ein symbolischer Akt, da der chinesische Staatschef Xi Jinping als prominenter ausländischer Gast an der Seite Putins die Parade verfolgt. Westliche Vertreter sind aufgrund des aktuellen Konflikts nicht anwesend, was die Spannungen zwischen Russland und dem Westen unterstreicht.
Neben Xi Jinping erkennen auch der slowakische Regierungschef Robert Fico und Serbiens Präsident Aleksandar Vucic durch ihre Anwesenheit die Parade an, die neben etwa 10.000 russischen Soldaten auch Truppen aus ehemaligen Sowjetrepubliken sowie aus China, Laos, Myanmar und Ägypten beherbergte. Diese internationale Mischung spiegelt Russlands vielfältige diplomatische Beziehungen wider, trotz der isolierten geopolitischen Lage.

