Putin und Selenskyj: Einigung in weiter Ferne
In einem kürzlich ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender ABC äußerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisch über Kremlchef Wladimir Putin und seine mangelnde Bereitschaft für einen Waffenstillstand. Nach Selenskyjs Einschätzung eint Putin vor allem das Streben nach einer „totalen Niederlage“ der Ukraine. Er ist überzeugt, dass nur intensiver Druck seitens der USA und Europas Putin zum Umdenken bewegen könnte.
Selenskyj ging auch auf einen Vergleich von US-Präsident Donald Trump ein, der den Ukraine-Krieg mit einem Streit zwischen Kindern gleichgesetzt hatte. „Wir sind mit Putin keine Kinder auf dem Spielplatz“, so Selenskyj. Er bezeichnete den russischen Präsidenten als „Mörder“, der keinerlei friedliche Intentionen habe. Selenskyj zeigte sich überzeugt, dass Putins Vision ein Ende des Konflikts ohne das völlige Scheitern der Ukraine nicht zulasse.
Im Vorfeld der wichtigen G7- und Nato-Gipfeltreffen im Juni rief Selenskyj Europa zu einer entschlossenen Haltung auf. Er forderte die Erhöhung des Drucks auf Moskau durch verschärfte Sanktionen und die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen zur Unterstützung der ukrainischen Verteidigung. Die Sprache der Gewalt sei laut ihm die einzige, die in der internationalen Interaktion mit Russland Erfolg verspreche.
Indessen haben Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland unter türkischer Vermittlung bislang wenig Fortschritte erzielt. Bisher wurden lediglich Abmachungen zum Austausch von Kriegsgefangenen getroffen, welche jedoch ebenfalls von Spannungen überschattet werden.

