Islamistischer Anschlag

Terror in Moskau mit über 140 Toten - Prozess beginnt

04. August 2025, 15:12 Uhr · Quelle: dpa
Terrorprozess in Moskau
Foto: Pavel Bednyakov/AP/dpa
Die 19 Angeklagten saßen schwer bewacht in gläsernen Käfigen.
Ein Jahr nach dem verheerenden Terroranschlag in Moskau hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Attentäter begonnen. Die Tragödie forderte mehr als 140 Todesopfer und viele Verletzte.

Moskau (dpa) - Vor über einem Jahr richteten islamistische Terroristen in einer belebten Moskauer Konzerthalle ein Blutbad an, mehr als 140 Menschen starben - nun hat in der russischen Metropole ein Strafprozess gegen die 4 mutmaßlichen Attentäter und 15 mutmaßliche Komplizen begonnen. 

Eine Militärgerichtskammer zog für den Mammutprozess in das große Gerichtsgebäude des Moskauer Stadtgerichts um. Die Angeklagten folgten dem Geschehen aus Glaskäfigen heraus. Nach einem kurzen öffentlichen Auftakt wurde die Verhandlung auf Antrag der Anklagevertreter für geschlossen erklärt, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

Schüsse auf Konzertbesucher

Vor mehr als einem Jahr am 22. März 2024 waren der Anklage zufolge vier bewaffnete Männer in die Konzerthalle Crocus City Hall in Krasnogorsk am Moskauer Stadtrand eingedrungen. Sie schossen auf Besucher und Besucherinnen eines Konzerts der russischen Rockgruppe Piknik und legten Feuer. Ein Teil des Gebäudes stürzte ein.

Zur Zahl der getöteten Opfer kursieren in russischen Medien unterschiedliche Zahlen. Tass schrieb unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft von 149 Toten und einem Vermissten. Die Nachrichtenagentur Interfax berief sich ebenfalls auf die Behörde, schrieb aber von 147 Toten und 3 Vermissten. Mehr als 330 Menschen wurden verletzt.

Angreifer stammen aus Tadschikistan

Die Attentäter, Männer aus der zentralasiatischen Republik Tadschikistan, flüchteten in einem Auto und wurden im russischen Gebiet Brjansk nahe der Grenze zur Ukraine und zu Belarus gefasst. Direkt danach führte die russische Justiz sie der Öffentlichkeit vor, mindestens ein Mann wies Spuren von Folter auf. Auch die mutmaßlichen Komplizen stammen aus dem früher sowjetischen Zentralasien. Sie sollen die Terroristen mit Geld, Autos oder Waffen versorgt oder ihnen Unterschlupf gewährt haben. Nach sechs weiteren mutmaßlich Beteiligten, darunter den mutmaßlichen Organisatoren, wird noch gefahndet.

Russland ist in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach von islamistischen Terroranschlägen erschüttert worden. Den Überfall auf die Crocus City Hall reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) über ihre bekannten Kanäle für sich. Westliche Sicherheitsbehörden und Experten halten das Bekenntnis für glaubhaft und vermuten den IS-Ableger Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK) hinter dem Anschlag.

Russland verfolgt angebliche ukrainische Spur

Auch Moskauer Staatsvertreter bis hinauf zu Präsident Wladimir Putin gehen von einem IS-Angriff aus. Zugleich versuchten die russischen Behörden von Anfang an, die Schuld angeblichen ukrainischen Drahtziehern zuzuschieben. Russland führt seit fast dreieinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Stichhaltige Belege wurden nicht präsentiert, und die Regierung in Kiew hat jede Beteiligung dementiert.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft bleibt nach Angaben von Tass auch für den Prozess dabei, dass der Anschlag «im Interesse der obersten Führung der Ukraine» organisiert worden sei. In Russland seien drei Zellen der Gruppierung Islamischer Staat Provinz Khorasan gebildet worden.

Hälfte der Opfer starb an Brandverletzungen

Nach Verlesung der Anklageschrift bekannten sich die vier Haupttäter schuldig und zeigten Reue über ihre Tat, wie eine Anwältin der Nebenkläger, Ljudmila Ajwar, aus dem Gerichtssaal berichtete. Von den Mitangeklagten hätten einige eine Teilschuld eingestanden, andere hätten sich für unschuldig erklärt.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte der staatlichen Agentur Tass bereits in den vergangenen Tagen Einblick in die Anklage gegeben. So soll etwa die Hälfte der Toten nicht durch Schusswunden, sondern an Brandverletzungen gestorben sein. Viele der Hinterbliebenen und Verletzte benötigten demnach psychologische Hilfe. Der Strafprozess wurde zwar angekündigt, der Beginn aber bis Sonntag geheim gehalten.

Terrorismus / Kriminalität / Prozess (Gericht) / Russland
04.08.2025 · 15:12 Uhr
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