ProSiebenSat.1 mit rückläufigen Ergebnissen im TV-Bereich
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 steht erneut vor Herausforderungen, nachdem das vergangene Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückblieb. Der operative Gewinn, gemessen am bereinigten EBITDA, wird voraussichtlich nur bei rund 405 Millionen Euro liegen. Dies ist eine deutliche Unterschreitung der zuvor nach unten angepassten Prognose von 420 bis 450 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Bereits im Vorjahr verzeichnete ProSiebenSat.1 einen operativen Gewinn von 557 Millionen Euro.
An den Finanzmärkten sorgte diese Nachricht für Ernüchterung, was sich in einem Kursrückgang um 2,4 Prozent auf 4,99 Euro niederschlug. Das Papier verlor damit rund 40 Prozent seines Wertes seit dem Zuwachs im Sommer 2023, als die Mehrheitsübernahme durch die italienische Media for Europe (MFE) für positive Impulse sorgte. Analyst Harald Hof von MWB Research hob hervor, dass der schwache TV-Werbemarkt in Deutschland eine große Belastung darstellt. Die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem TV-Geschäft zeige sich deutlich, da das Unternehmen wiederholt seine Ziele für 2025 anpassen musste. Aus diesem Grund senkte Hof seine Einschätzung auf "Hold" und passte seine Prognosen an die unsichere Entwicklung der Gewinne an.
Insgesamt sank der Umsatz von ProSiebenSat.1 um mehr als sechs Prozent auf 3,68 Milliarden Euro – eine Entwicklung, die deutlicher ausfiel als von Experten erwartet. Dennoch gelang es dem Unternehmen, die Netto-Finanzverschuldung von 1,51 auf 1,34 Milliarden Euro zu reduzieren. Die detaillierte Präsentation des Jahresabschlusses ist für den 26. März geplant. Mit dem Eintritt der MFE-Gruppe, die im Oktober 2023 das Top-Management auswechselte, soll ProSiebenSat.1 zu einem europaweiten Medienverbund ausgebaut werden. MFE besitzt bereits Fernsehsender in Italien und Spanien, wobei Marco Giordani als neuer Vorstandsvorsitzender von Bert Habets übernahm.

