Prominente Stimmen fordern härteren Kurs gegenüber Teheran
Eine Gruppe prominenter Persönlichkeiten hat an die deutsche Bundesregierung appelliert, ihren Kurs gegenüber dem iranischen Regime zu verschärfen. In einem dem Tagesspiegel vorliegenden Aufruf plädieren sie für eine stärkere Unterstützung der iranischen Oppositionskräfte und verlangen „endlich massiven Druck auf das iranische Regime auszuüben“. Ein laues Wörtchen reiche nicht aus, betonen sie. In scharfem Ton verurteilen die Unterzeichner das Vorgehen der Teheraner Führung. Sie sprechen von einem „systematischen Krieg eines autoritären Regimes gegen die eigene Bevölkerung“ und verweisen dabei auf die Internetsperren und Berichte über brutale Gewalt. Ungeachtet der Repressionen setzen die Menschen ihren Kampf um Freiheit fort, was, so schreiben die Unterzeichner, „nicht nur unsere Bewunderung, sondern auch aktive Unterstützung verdient“.
Unterstützt wird der Appell von etwa drei Dutzend Prominenten, darunter die Schauspielerinnen Bibiana Beglau, Luisa Gaffron und Katja Riemann, Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal sowie Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie drängen die Bundesregierung dazu, die Internetsperre im Iran aufzuheben, die Gewalt zu stoppen, die Todesstrafe abzuschaffen, politische Gefangene freizulassen und einen sofortigen Abschiebestopp in den Iran zu erwirken.
Die Initiatorin des Aufrufs, Daniela Sepehri, Deutsch-Iranerin, äußerte sich gegenüber dem Tagesspiegel, dass allein innerhalb von zwei Tagen 12.000 Menschen im Iran getötet wurden. „Die Zeit der diplomatischen Floskeln ist vorbei. Wir fordern endlich konsequentes Handeln von der Bundesregierung.“ Düzen Tekkal ergänzte: „Die Menschen in Iran kämpfen mit bloßen Händen gegen eine bis an die Zähne bewaffnete Diktatur. Die Bundesregierung darf diese Toten nicht länger ignorieren.“
Als Reaktion auf die Eskalation hatte das Auswärtige Amt in Berlin den iranischen Botschafter einbestellt. Man forderte den Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürger zu beenden und deren Rechte zu respektieren, wie das Ministerium auf der Plattform X mitteilte.

