Private Altersvorsorge ab 55: Da geht noch was
Selbst wenn der Renteneintritt langsam aber sicher naht, gibt es noch Möglichkeiten zur privaten Vorsorge. Sofortrente, ETFs, Riester: Drei besonders interessante Vorsorgeoptionen lernen Mittfünfziger hier kennen.
Investition ins Rentnerdasein: Die SofortrenteDie Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem letzten Gehalt und der ersten Rentenzahlung – bei den meisten wird die monatliche Rente deutlich geringer ausfallen als das letzte Netto vom Arbeitgeber.
Um diese Lücke noch mit 50plus zu verkleinern, ist die Sofortrente eine gute Maßnahme. Sie kommt für alle infrage, die eine höhere Summe gespart haben und in eine private Zusatzrente umwandeln können.
Bei der Sofortrente zahlt der Kunde den Betrag als Einmalzahlung kurz vor Renteneintritt bei einem Versicherer ein. Dafür erhält er für den Rest seines Lebens monatlich eine private Zusatzrente zur gesetzlichen hinzu. Die Zusatzrente ist auch dann sicher, wenn die Summe der ausgezahlten monatlichen Beträge die des eingezahlten Gesamtbetrags übersteigt. Eine Sofortrente ist auch in steuerlicher Hinsicht interessant, es fallen nur geringe Abgaben an.
Für gute Erträge: ETFs
Eine Alternative für Menschen in ihren Fünfzigern ist es, monatlich einen Betrag in börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) zu investieren. Bei ihnen handelt es sich um Fonds, die die Kursentwicklung eines Aktienindex wie zum Beispiel des DAX nachbilden. Der Fonds enthält dieselben Unternehmen, die sich im Index befinden. Legt der DAX an einem Tag um zwei Prozent zu, steigt die Rendite des ETFs um denselben Prozentsatz. Wer monatlich einen festen Betrag in einen ETF investiert, nimmt so am Marktgeschehen an der Börse teil. ETFs sind vergleichsweise günstig. Sie kommen anders als gemanagte Aktienfonds ohne Fondsmanager aus, der bezahlt werden will. Zudem sind die laufenden Kosten sehr niedrig.
Einziges Manko: Die Kurse schwanken natürlich. Es kann daher sein, das ein ETF-Sparer eine schlechte Börsenphase zum Renteneintritt erst einmal aussitzen muss, bevor er profitiert.
Bei Fragen zu Finanzprodukten wie ETFs, anderen Aktienfonds und Aktien sind Berater der Hausbank, unabhängige Finanzberater oder Finanzdienstleistungsunternehmen wie die MLP Finanzberatung, Swiss Life Select oder Telis Finanz geeignete Ansprechpartner. Swiss Life Select empfiehlt auf seiner Webseite für Investmentfonds und ETFs einen Anlagezeitraum von mindestens 15 Jahren – für Mittfünfziger der perfekte Zeitrahmen, wenn sie jetzt in ETFs investieren.
Staatlich gefördert: Der Riester-Vertrag
Ein Riester-Vertrag ist ebenfalls eine Möglichkeit, Geld für die zusätzliche Altersvorsorge anzusparen. Die staatlich geförderte kapitalgedeckte Rente ist besonders für Familien mit Kindern und für Geringverdiener interessant, der eigene Beitrag ist niedrig. Für alleinlebende Mittfünfziger lohnt sich das Riestern besonders in Bezug auf die Steuererklärung: Aufgrund ihres hohen Steuersatzes erhalten sie vom Finanzamt mehr Geld zurück – allerdings: In der Rentenphase müssen bei Auszahlung Steuern gezahlt werden. Alles in allem kann sich die Riester-Förderung aber durchaus rechnen, ausführliche Beratung empfiehlt sich auch hier.


