Preisstrategie bei Seltenen Erden: G7-Staaten suchen nach Lösungen
Der Handelskonflikt mit den USA beleuchtet Chinas bedeutende Rolle im Bereich der Seltenen Erden und betrifft die weltweiten Lieferketten maßgeblich. In Reaktion darauf erwägen die führenden westlichen Industrienationen der G7 verstärkte Eigeninitiative zur Diversifizierung der Rohstoffversorgung. Medienberichten zufolge steht die Einführung von Preisuntergrenzen zur Diskussion, um Investitionen unabhängig von China zu fördern.
Die Abhängigkeit von China ist für die europäische Wirtschaft größer als erwartet, wie eine aktuelle Studie aus Österreich verdeutlicht. Produktionsengpässe im Frühjahr dieses Jahres unterstreichen die potenziellen Risiken für europäische Industriestandorte, sollten weiterhin Versorgungsengpässe bei Seltenen Erden bestehen. China dominiert den weltweiten Abbau dieser Metalle zu 60 % und kontrolliert mit 90 % nahezu den gesamten Verarbeitungssektor. Vor allem Automobil-, Windkraft- und Hightech-Industrien könnten betroffen sein.
Angesichts dessen haben die USA begonnen, ihr Engagement in diesem Bereich zu steigern, unter anderem durch Investitionen in MP Materials, dem Betreiber der einzigen Seltene Erden-Mine in den USA. Auch die G7-Staaten ziehen in Erwägung, Mindestpreise für Seltene Erden und damit verbundene Produkte zu etablieren, um Planungssicherheit für Rohstoffförderer und Verarbeitungsindustrien zu schaffen. Kanada und Australien signalisieren ebenfalls Unterstützung für diesen Ansatz.
Ein bemerkenswertes Unternehmen in diesem Sektor ist St. George Mining. Das australische Unternehmen hat mit dem Araxá-Projekt bedeutende Fortschritte erzielt und plant, seine Niob- und Seltene Erden-Reserven in Brasilien weiter auszubauen. Eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Hersteller REAlloys, der bereits mit Regierungsverträgen ausgestattet ist, soll zusätzliche Synergien schaffen. Analysten zeigen sich zuversichtlich und empfehlen St. George Mining angesichts der soliden finanziellen Basis und dem Potenzial zur Ressourcenerweiterung.
Durch die Implementierung von Preisuntergrenzen könnte ein dringend benötigter Anreiz geschaffen werden, um zusätzliche Investitionen in Förder- und Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas zu mobilisieren und die Versorgungsführung der global agierenden Industrien zu sichern.

