Pragmata: Warum sich Capcoms ambitioniertes Projekt verzögerte
Capcom hat für das nächste Jahr ein beeindruckendes Line-up an Titeln in petto, das von Onimusha: Way of the Sword bis hin zu Resident Evil Requiem reicht. Doch das faszinierendste Projekt im Hause Capcom ist zweifellos Pragmata, ein ambitionierter Sci-Fi-Shooter, bei dem Spieler die Androidin Diana steuern, um Ziele zu hacken, während Hugh parallel das Feuer eröffnet. Aktuelle Präsentationen waren durchweg positiv, doch das Projekt hat seit seiner Enthüllung zahlreiche Verzögerungen hinnehmen müssen. Nun endlich, bei der Tokyo Game Show, lüftete Direktor Cho Yonghee im Gespräch mit The Gamer das lange gehütete Geheimnis hinter den fortwährenden Verschiebungen.
Die Quadratur des Kreises: Die Herausforderung des Hacking-Mechanismus
„Das ist ein großer Grund dafür“, erklärte Yonghee bezüglich der Verzögerungen. „Es gab so viel Versuch und Irrtum und ein ständiges Hin und Her, nur um zu sehen, was funktionieren könnte und was am besten passt.“ Die Komplexität, zwei unterschiedliche Gameplay-Mechaniken – Dianas Hacking und Hugos Schießkünste – nahtlos ineinandergreifen zu lassen, stellte das Entwicklerteam vor immense Herausforderungen. Produzent Naoto Oyama ergänzte: „Diese beiden Mechaniken, Dianas Hacking und Hugos Schießen, waren einer der Gründe, warum wir mehr Zeit in das Spiel investieren mussten.“ Das Team habe sich bewusst die Zeit genommen, um alles perfekt auszubalancieren. Dabei wurde auch intensiv darüber nachgedacht, wie viel Bildschirmfläche der Hacking-Bildschirm einnehmen sollte, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. Es ist eine Gratwanderung zwischen Immersion und Übersichtlichkeit, die präzise abgestimmt werden muss.
Frühe Enthüllung als Segen: Motivation und Hype-Generierung
Trotz der zahlreichen Verzögerungen bereut Capcom die frühe Enthüllung von Pragmata keineswegs. Im Gegenteil, sie sehen es als eine entscheidende Motivation. „Das Spiel so früh zu präsentieren, diente uns als Ansporn. Hätten wir den Trailer damals nicht veröffentlicht, wäre Pragmata vielleicht nicht das Spiel, das es heute ist“, so Yonghee. Diese frühe öffentliche Präsentation setzte das Team unter einen gewissen Druck, doch dieser Druck wurde in kreative Energie umgewandelt. Oyama betonte zudem, dass die Verzögerungen auch ihren Teil zum Hype beigetragen haben: „Wann immer es eine digitale Präsentation gab, erwarteten die Leute immer Pragmata.“ Ob sich dieser Hype letztendlich rechtfertigt, wird sich noch zeigen müssen, doch die Vorfreude in der Gaming-Community ist bereits jetzt immens.
Das Shelter: Eine Bastion der Innovation
Pragmata wird nächstes Jahr für Xbox Series X/S, PS5 und PC erscheinen. Ein aktueller Trailer gewährt uns dabei einen faszinierenden Einblick in das „Shelter“, einen Ort, an dem Spieler Hacking-Module herstellen können. Diese Module gewähren Diana neue Fähigkeiten und Upgrades, was dem Gameplay eine weitere Ebene der Anpassung und Strategie hinzufügt. Es ist ein cleverer Ansatz, der die beiden Kernmechaniken – Hacking und Shooting – sinnvoll miteinander verknüpft und den Spielern erlaubt, ihren eigenen Spielstil zu entwickeln. Die Kombination aus innovativem Gameplay, einer fesselnden Sci-Fi-Atmosphäre und einer tiefgründigen Erzählung macht Pragmata zu einem der vielversprechendsten Titel des kommenden Jahres.


