Präzisere Herkunftskennzeichnung bei Honig: Neue EU-Richtlinie sorgt für Klarheit
Der süße Brotaufstrich Honig erfreut sich großer Beliebtheit und ist in zahlreichen Varianten erhältlich, doch bei der Herkunftsangabe herrschte bislang wenig Transparenz. Die Etiketten deuten meist nur vage auf Mischungen aus „EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ hin. Nun greift eine europäische Richtlinie, die forciert, dass die Ursprungsangaben auf den Honiggläsern genauer werden. Das Bundesernährungsministerium hat bereits die Verordnung für die nationale Umsetzung initiiert. Die Transparenz lässt sich durch die Verpflichtung erreichen, die Ursprungsländer prozentual nach Gewichtsanteil aufzuschlüsseln. Verbraucherschützer befürworten diesen Schritt und fordern darüber hinaus weitere verbindliche Herkunftsangaben.
Minister Alois Rainer hebt hervor, dass durch klarere Kennzeichnungen Verbraucher leichter regionalen Honig bevorzugen können. Besteht eine Mischung aus mehreren Ländern, fehlte bislang eine differenzierte Deklaration. Eine pauschale Bezeichnung wie „aus den 27 EU-Ländern“ oder „Nicht-EU-Ländern“ ist nicht zufriedenstellend genug - insbesondere laut der Verbraucherorganisation Foodwatch, die konkrete geografische Informationen auf den Gläsern fordert.
Ab dem 14. Juni 2026 sollen die neuen Regelungen in Kraft treten, mit einer Übergangsfrist präzise von 24 Monaten. Verpackungen, die nach dem Stichtag produziert wurden, dürfen weiterhin mit bisherigen Kennzeichen verkauft werden. Chris Methmann, Geschäftsführer von Foodwatch, begrüßt die Entscheidung als überfällig und fordert rigorose Kontrollen zur Vermeidung von „Honigpanscherei“.
Der Grund für die häufigen Honigmischungen liegt vor allem darin, dass die heimische Produktion die Nachfrage nicht decken kann. Im Jahr 2022 war die Selbstversorgungsquote auf 37 Prozent gesunken, womit Deutschland 72.600 Tonnen Honig importieren musste. Hauptlieferanten waren dabei die Ukraine, Argentinien, sowie Rumänien und Mexiko. Laut Branchenvertretern sorgt das Mischen unterschiedlicher Honigherkünfte für gleichbleibende Qualität, jedoch ohne Bezug zur Qualität, da Honig naturbedingt von Bienen stammt, unabhängig der geografischen Herkunft.

