Powell öffnet Tür zur Zinssenkung: Fed in Trumps Visier
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Federal Reserve (Fed), den Leitzins zu senken. Doch Fed-Chef Jerome Powell hält trotz wiederholter Forderungen und Drohungen an seiner Linie fest. Nach monatelangem Beharren und Drohungen von Trump, ihn notfalls zu entlassen, kündigte Powell nun auf einer Konferenz in Jackson Hole Zinssenkungen an. Interessanterweise geschieht dies nicht unter politischem Druck, sondern auf der Grundlage aktueller Wirtschaftsindikatoren. Powell sieht in der Schwäche des Arbeitsmarktes und einer kontrollierten Inflation Gründe für eine mögliche Zinssenkung.
Damit könnte die Fed den Arbeitsmarkt stützen, allerdings besteht das Risiko einer steigenden Inflation. Diese Maßnahmen sollen auf den jüngsten schwachen Arbeitsmarktbericht reagieren, der schrumpfende Beschäftigungszahlen und potenzielle Entlassungen erkennen ließ. Powell warnte darüber hinaus vor den erhöhten Zöllen, die die Preise in einigen Segmenten in die Höhe getrieben haben. Gleichwohl betrachtet er deren Auswirkungen als zeitlich begrenzt.
Die Entwicklungen mögen Trumps Forderungen entgegenkommen, auch wenn sie ihm spät erscheinen. Dass zudem die Fed-Vorständin Lisa Cook ins Kreuzfeuer geriet, da Trump ihren Rücktritt fordert, lässt aufhorchen. Cook steht Kritik wegen möglicher Kreditunregelmäßigkeiten gegenüber; Anklagen gibt es bislang jedoch keine. Der Druck auf die Fed-Spitze nimmt zu, nachdem zuletzt auch Fed-Vorständin Adriana Kugler zurücktrat und Stephen Miran als Übergangslösung nominiert wurde. Ungeachtet aller Turbulenzen hält der Zentralbankrat den Leitzins momentan stabil zwischen 4,25 und 4,5 Prozent. Diese Zinspolitik verfolgt Powell, um wirtschaftliche Stabilität sicherzustellen und die Gefahr einer Inflation im Zaum zu halten – ein Balanceakt zwischen den Erwartungen Trumps und der wirtschaftlichen Realität.

