Porsche gibt Batterieproduktion auf – Rückschlag für Blumes Elektrokurs
Porsche zieht die Reißleine: Der Sportwagenbauer stoppt sein Batterieprojekt Cellforce, nachdem die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA und China deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. In Europa lag der Anteil elektrifizierter Modelle im ersten Halbjahr zwar bei 57 Prozent, weltweit aber nur bei 36 Prozent – ein klares Signal für die schwache Dynamik auf den beiden größten Märkten außerhalb Europas.
Die Entscheidung trifft auch Porsche-Chef Oliver Blume hart. Er hatte die Gründung von Cellforce 2021 persönlich vorangetrieben und damals betont, Porsche werde damit an die Spitze der Batterietechnologie rücken. Nun musste er einräumen, dass fehlende Skaleneffekte und „herausfordernde Marktbedingungen“ das Vorhaben unwirtschaftlich machten. Besonders die von Donald Trump verhängten US-Zölle sowie die schleppende Nachfrage nach Luxus-Elektroautos in China haben den Kurs torpediert.
Für Cellforce bedeutet der Rückzug den Abbau von rund 200 Stellen. Betroffene Mitarbeiter sollen in den Batterieeinheiten der VW-Tochter PowerCo untergebracht werden. Statt eigener Produktion will Cellforce künftig nur noch Forschung und Entwicklung betreiben. Die geplante Expansion des Werks in Kirchentellinsfurt und eine zweite Fertigungsstätte wurden gestrichen.
Porsche-Vorstand Michael Steiner sprach offen von einem „Mangel an globalen Volumina“, der es unmöglich mache, die geplante Kostenstruktur durch eigene Fertigung zu erreichen. Mit dem Schritt steht nicht nur Blumes Strategie für Porsche im Fokus, sondern auch die Frage, wie realistisch der Aufbau einer eigenständigen europäischen Batteriewertschöpfung ist – in einer Branche, die weiterhin stark von Asien abhängig bleibt.

