Politischer Wettstreit in den Niederlanden: Wilders und D66 Kopf an Kopf
Die Parlamentswahl in den Niederlanden zeigt sich als spannungsgeladenes Duell zwischen der Partei des rechtsgerichteten Geert Wilders und der linksliberalen D66. Laut der neuesten Hochrechnung, die am frühen Morgen veröffentlicht wurde, befinden sich beide Parteien aktuell gleichauf mit jeweils 26 der 150 Sitze im Parlament. Für Wilders bedeutet dies jedoch einen signifikanten Rückgang gegenüber der Wahl von 2023, bei der seine Partei 37 Sitze ergattert hatte.
Die D66 kann sich hingegen über einen bemerkenswerten Zuwachs von 17 Sitzen gegenüber der letzten Wahl freuen. Rob Jetten, Spitzenkandidat der D66, sieht optimistisch in die Zukunft, denn die Mehrheit der großen Parteien schließt eine Koalition mit Wilders aus, was die D66 in eine politisch starke Position bringt.
Die rechtsliberale Partei VVD, derzeit Regierungspartei, könnte mit einem Ergebnis von 22 Sitzen rechnen, während das rotgrüne GroenLinks-PvdA-Bündnis laut Hochrechnung 20 Mandate erlangen würde. Insgesamt könnten 15 Parteien den Einzug in das niederländische Parlament schaffen, ein Zeichen für das breite politische Spektrum des Landes.
Ein unerwarteter Schritt kam von Frans Timmermans, Spitzenkandidat von GroenLinks-PvdA, der nach Bekanntwerden der ersten Prognose seine Position als Parteichef zur Verfügung stellte. Timmermans, der noch vor zwei Jahren aus Brüssel nach Den Haag zurückgekehrt war, zieht damit Konsequenzen aus dem enttäuschenden Wahlergebnis und überlässt das Ruder künftig einer jüngeren Generation.
Der politische Schachzug von Wilders, nach knapp einem Jahr aus einer zuvor gebildeten Regierung auszusteigen, führte im Juni zu den vorgezogenen Neuwahlen. Damals galt die von vier Parteien getragene Koalition als die rechtslastigste in der niederländischen Geschichte.

