Politische Turbulenzen in Frankreich lassen Anleihemärkte erzittern
Die jüngst aufgekommene politische Krise in Frankreich hat nicht nur die heimischen Anleihemärkte erschüttert, sondern schlägt auch auf deutsche Bundesanleihen durch. Der wegweisende Euro-Bund-Future erlebte einen Rückgang und fiel am Vormittag um 0,15 Prozent auf 128,47 Punkte. Zeitgleich kletterte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,72 Prozent und spiegelt die Unsicherheiten wider, die sich durch die Entwicklungen in Frankreich ergeben.
Die Lage bei französischen Staatsanleihen zeigt deutlichere Verwerfungen. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen stieg scharf auf 3,58 Prozent an und übertraf damit gar die von Ländern wie Griechenland oder Italien. Der Spread zu den sichereren deutschen Anleihen vergrößerte sich ebenfalls. Auch andere Staaten der Eurozone sahen sich steigenden Renditen gegenüber, wenn auch in weniger gravierendem Umfang als Frankreich.
Die Ursache der gespannten Marktlage liegt in den politischen Ränkespielen innerhalb Frankreichs. Der Premierminister Sébastien Lecornu reichte unerwartet seinen Rücktritt ein, nach einer nur vierwöchigen Amtszeit. Die brisante Vergabe der Schlüsselressorts entfachte Widerstände bei den Konservativen, die prompt mit einem Abzug aus der Regierung drohten. Präsident Macron sieht sich mit einer ernsten politischen Krise konfrontiert, die Neuwahlen und Unsicherheiten heraufbeschwört, insbesondere in puncto Haushaltspolitik der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

