Nordkorea weist Vorwürfe des Cyberdiebstahls als "absurde Verleumdung" zurück
Akteure mit Verbindungen zu Nordkorea wurden in den letzten Jahren häufig mit groß angelegten Krypto-Hacks, Diebstählen und Geldwäscheoperationen in Verbindung gebracht. Das Außenministerium des isolierten Landes bestreitet jedoch jegliche Beteiligung an globalem Cyberbetrug.
Nordkorea kritisiert "Reptilienmedien"
In einer offiziellen Erklärung bezeichnete ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums die Anschuldigungen als unbegründet und politisch motiviert durch die Vereinigten Staaten und deren Institutionen. Die Erklärung beschuldigt "Reptilienmedien" und "Verschwörungsorganisationen", falsche Informationen über Nordkorea in der internationalen Gemeinschaft zu verbreiten. Laut dem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA werden diese Behauptungen fälschlicherweise mit Cyberbetrügereien in Verbindung gebracht, während die USA, die über die fortschrittlichsten Cyberfähigkeiten der Welt verfügen, als größtes Opfer dargestellt werden.
Der Sprecher bezeichnete diese Position als unvernünftig und argumentierte, dass die USA selbst wahllose Cyberangriffe gegen andere Länder durchführen, indem sie ihre Kontrolle über die globale IT-Infrastruktur nutzen. Die Erklärung beschreibt die Erzählung über eine nordkoreanische "Cyberbedrohung" als Teil einer breiteren Fortsetzung der "feindlichen Politik" aufeinanderfolgender US-Regierungen, um das Image des Landes durch falsche Informationen aus politischen Gründen zu schädigen.
"It is our consistent policy stand to protect cyberspace, the common wealth of mankind, from all sorts of malicious acts and thoroughly reject any sinister attempt to use the cyber issue as a political tool for violating sovereignty and interfering in internal affairs of others."
Weniger Angriffe, größere Auswirkungen
Der Sprecher warnte auch, dass Nordkorea zunehmend konfrontative Aktionen feindlicher Kräfte in verschiedenen Bereichen, einschließlich des Cyberspace, nicht tolerieren werde und notwendige Maßnahmen ergreifen werde, um staatliche Interessen zu verteidigen und die Rechte seiner Bürger zu schützen.
Jüngste Erkenntnisse von TRM Labs zeigen, dass Gruppen mit Verbindungen zu Nordkorea für 76% aller Verluste durch Krypto-Hacks im Jahr 2026 bis April verantwortlich waren, hauptsächlich aufgrund von zwei Angriffen im Wert von $577 Millionen. Dieser Anteil ist stetig gestiegen, von unter 10% in den Jahren 2020-2021 auf 64% im Jahr 2025, was größtenteils durch den Bybit-Einbruch, den bisher größten Krypto-Hack, getrieben wurde. In diesem Jahr haben Vorfälle mit KelpDAO und Drift einen großen Teil der Verluste ausgemacht.
Das Blockchain-Intelligence-Unternehmen stellte fest, dass die Anzahl der Angriffe nicht zugenommen hat, jedoch deren Auswirkungen. Nur zwei Vorfälle machen bisher den Großteil der Verluste aus, was auf einen Fokus auf weniger, aber hochkarätige Ziele hinweist. TRM-Experten vermuten auch den möglichen Einsatz von KI-Tools bei der Planung und sozialen Manipulation.

