Politische Spannungen um Einkesselung von Kiews Truppen
Die diplomatische Spannung zwischen Russland und der Ukraine nimmt erneut Fahrt auf, nachdem Russland Kiew vorgeworfen hat, die kritische Lage ihrer Truppen in den Städten Pokrowsk und Myrnohrad zu verschleiern. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte gegenüber russischen Agenturen, die Ukraine habe es abgelehnt, westlichen Journalisten die Lage vor Ort zu zeigen, obwohl großes Interesse an der Situation besteht. Das ukrainische Außenministerium hatte Korrespondenten im Vorfeld von einer Reise in die umstrittenen Gebiete abgeraten.
Indes widerspricht das ukrainische Militär nahezu täglich den russischen Berichten über eine Einkreisung ihrer Kräfte. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR machte zudem bekannt, dass Spezialeinsatzkräfte Aktionen durchführen, um den Fall von Pokrowsk zu verhindern. Die Stadt, einst Heimat für rund 60.000 Menschen, steht seit über einem Jahr im Fokus intensiver Auseinandersetzungen und verkörpert den hartnäckigen Widerstand der Ukraine gegen den anhaltenden russischen Angriff.
Kritik wird bereits an Präsident Wolodymyr Selenskyj laut, der beschuldigt wird, aus politischen Gründen notwendige Rückzüge, ähnlich wie in den Städten Bachmut und Awdijiwka, zu verzögern. Der Kreml unterstrich die Notwendigkeit, Entscheidungen im Sinne der Bürger und Soldaten zu treffen. Gleichzeitig behauptet das russische Verteidigungsministerium, die russischen Truppen setzten in Pokrowsk die 'Vernichtung der eingekreisten Gruppierungen der Streitkräfte der Ukraine' fort und auch in Myrnohrad werde der Druck auf die umzingelten Soldaten verstärkt.

