Pleitegefahr trotz Expansionskurs: At Home stellt Insolvenzantrag
Die US-amerikanische Einzelhandelskette At Home, bekannt für ihr umfangreiches Angebot an Wohnaccessoires und Möbeln, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen tritt offiziell in ein Chapter-11-Verfahren ein, um mit einem Restrukturierungskonzept Schulden in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar abzubauen und gleichzeitig 200 Millionen US-Dollar an Kapital zur Reorganisation zu mobilisieren.
At Home, im Besitz der Investmentgesellschaft Hellman & Friedman und ansässig in Plano, Texas, leidet seit Monaten unter den Auswirkungen steigender Zölle. Diese wirtschaftlichen Herausforderungen führten dazu, dass das Unternehmen bereits am 15. Mai eine Zinszahlung versäumte und infolgedessen einen Stillhaltevereinbarung mit seinen Gläubigern abschloss.
Im Rahmen der Restrukturierung sollen die Kontrolle über At Home zu einem Großteil auf die Gläubiger, die mehr als 95 % der Unternehmensschulden halten, übergehen. Brad Weston, CEO von At Home, betont, dass die gegenwärtigen Maßnahmen nicht nur die Position im Markt stärken, sondern auch die langfristige Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells erhöhen sollen, um auch in volatilen Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Gegründet als Garden Ridge Pottery im Jahr 1979 in Schertz, Texas, expandierte At Home inzwischen auf 260 Standorte in 40 US-Bundesstaaten. Das Sortiment umfasst unter anderem Teppiche, Möbel, Bettwaren und Küchenutensilien. Aktuell ist unklar, ob die Umstrukturierung auch Filialschließungen mit sich bringen wird. Jedoch sollen die meisten Geschäfte weiterhin geöffnet bleiben und sowohl der stationäre als auch der Online-Handel unverändert fortgesetzt werden.
Das Insolvenzverfahren im Rahmen des Chapter-11 läuft beim United States Bankruptcy Court im Bezirk von Delaware. At Homes Schritt folgt inmitten einer schwierigen Phase für den Einzelhandel, die bereits in den letzten Jahren Unternehmen wie Container Store und Big Lots zur Insolvenz getrieben hat.

