Pflegekassen in Bedrängnis: Finanzielle Turbulenzen drohen

Der Spitzenverband der Krankenversicherung schlägt Alarm: Mehrere Pflegekassen könnten im nächsten Jahr mit erheblichen Zahlungsproblemen konfrontiert werden. Trotz massiver Finanzspritzen aus Bundesdarlehen droht ihnen die Insolvenz, so dass sie voraussichtlich durch zusätzliche Nothilfen gestützt werden müssen.
Derzeit belaufen sich die Darlehen des Bundes auf stattliche 4,2 Milliarden Euro, die das für 2026 prognostizierte Defizit beinahe ausgleichen. Dennoch warnt Verbandschef Oliver Blatt davor, dass die knappe Finanzierungsgrundlage dazu führen könnte, dass einige Pflegekassen schon im kommenden Jahr auf Liquiditätshilfen angewiesen sein werden. Zwar existiere ein reguliertes Verfahren für solche Hilfen, doch verdeutlicht dies umso mehr den dringenden Reformbedarf im Pflegebereich.
Bereits 2025 sah sich eine Pflegekasse gezwungen, Liquiditätshilfen aus dem Ausgleichsfonds der gesetzlichen Pflegeversicherung zu beantragen. Ab 2027 wird die Lage voraussichtlich noch prekärer, da die Kredite dann ausgeschöpft sein werden, was eine Finanzierungslücke vergleichbar mit 0,3 Beitragssatzpunkten zur Folge haben könnte. Eine nachhaltige Reform sei daher unumgänglich, betont Blatt. Zudem äußerte er scharfe Kritik an der mangelnden Tragweite der bisherigen Vorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform, die seiner Meinung nach der Dringlichkeit der Lage nicht gerecht würden.

