Personalrochade bei der Europäischen Zentralbank: Das Rennen um Spitzenposten beginnt
Der Wettstreit um die Besetzung führender Positionen innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) nimmt nun offiziell Fahrt auf. Bei einer Zusammenkunft in Brüssel gaben die Finanzminister der Eurozonen-Staaten grünes Licht für die Nominierung künftiger Kandidaten, die den scheidenden EZB-Vizepräsidenten Luis de Guindos ersetzen sollen. Bis Anfang Januar sind Einreichungen möglich, um sie beim Eurogruppen-Treffen am 19. Januar zu erörtern. De Guindos wird sein Amt in der Frankfurter Zentrale der EZB im Mai 2026 niederlegen, und die Frage seiner Nachfolge ist nur der Anfang eines umfassenderen Personalpakets. Bereits wird über die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde spekuliert, deren Amtszeit im Oktober 2027 zu Ende geht. Zwei prominente deutsche Stimmen erhoben sich zuletzt zu dieser Thematik. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel bekundete im 'Spiegel', dass jedes Mitglied des EZB-Rates die Voraussetzung mitbringe, das Spitzenamt im Eurosystem zu bekleiden. EZB-Direktorin Isabel Schnabel äußerte sich in einem Bloomberg-Interview direkt: Sollte sie gefragt werden, stünde sie bereit. Die Verhandlungen um die Personalien erfolgen traditionell im Bewusstsein, ein Gleichgewicht zwischen kleinen und großen sowie südlichen und nördlichen Euroländern zu wahren. Ebenso wird das Verhältnis zwischen Befürwortern strenger und Anhängern lockererer Geldpolitiken berücksichtigt.

