Peking lockt mit neuen Chancen: Großbritannien sucht Annäherung an China
Inmitten der angespannten Beziehungen zu den USA unter Präsident Donald Trump wächst das Bedürfnis westlicher US-Verbündeter, die Wirtschaftsverbindungen zu China zu stärken. So reist Großbritanniens Premierminister Keir Starmer mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation nach Peking, wo er nach einem Austausch mit Präsident Xi Jinping die 'positiven und starken Beziehungen' zwischen Großbritannien und China lobte.
Dieser Besuch markiert das erste Treffen eines britischen Premierministers mit chinesischen Spitzenpolitikern seit acht Jahren. Laut Medienberichten steht auch ein Besuch von Kanzler Friedrich Merz in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt Ende Februar auf dem Plan.
Das Verhältnis zwischen Großbritannien und China war zuletzt getrübt. Gründe dafür waren unter anderem Chinas Politik in der Sonderverwaltungszone Hongkong, der Umgang mit den Uiguren und Spionagevorwürfe. Nun signalisieren beide Seiten jedoch den Willen zur Entspannung. Gespräche über die Senkung von Zöllen für britischen Whisky, visafreies Reisen und die Bekämpfung illegaler Migration sollen den Handel ankurbeln und britischen Verbrauchern zugutekommen. London verkündete bereits eine Einigung zur Visafreiheit, die britische Staatsangehörige berechtigt, bis zu 30 Tage ohne Visum nach China zu reisen.
Präsident Xi bekräftigte Chinas Bereitschaft, eine langfristige strategische Partnerschaft mit Großbritannien zu entwickeln, die stabile und umfassende Kooperationen ermöglicht. Trotz der Annäherung verbleiben Spannungsfelder: Sicherheits- und Spionagebedenken sowie der Umgang mit strategischen Investitionen sind weiterhin kritisch. Erst kürzlich stimmte London dem Bau einer neuen chinesischen Botschaft zu, wobei jedoch Spionagebedenken laut wurden.
Zusätzlich sorgt der Fall des in Hongkong inhaftierten Medienmoguls Jimmy Lai für Spannungen, dessen Schicksal in London mit Sorge verfolgt wird. Starmer versicherte, dass Menschenrechte respektvoll thematisiert wurden. Beobachter vermuten jedoch, dass er in Peking einen vorsichtigen Ton anschlug.
Auch andere westliche Nationen suchen den Weg nach Peking. Nach mehrjähriger Abstinenz besuchte Kanadas Premierminister im Januar wieder China, gefolgt von hochrangigen Treffen mit Irland und Finnland. Frankreich beschwor im Dezember den Auf- und Ausbau stabiler Beziehungen. Die 'America First'-Politik Trumps treibt viele traditionelle Verbündete dazu, nach alternativen Wirtschafts- und Sicherheitsstrategien abseits der USA zu suchen.

