Parkplatz-Frust: Verbraucher klagen über private Parkraumbewirtschaftung
Vermehrte Beschwerden über private Parkplatzmanager lassen die deutschen Verbraucherschützer aktuell aufhorchen. Laut einer Befragung der Verbraucherzentralen der Länder kritisieren Betroffene oft unklare Bedingungen, hohe Vertragsstrafen sowie problematische Inkassovorgänge. Besonders betroffen sind Anlagen mit digitalen Kennzeichenerfassungen, die ohne Schranken auskommen.
Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt, dass privates Parkraummanagement zunehmend Aufmerksamkeit erhält. Ein zentrales Anliegen ist die rasche Einschaltung von Inkassodiensten, die in der Regel nicht rechtens ist. Die Kosten für Beanstandungen können sich so ohne Weiteres auf dreistellige Beträge summieren. Ein Beispiel aus Niedersachsen illustriert dies: Eine Autofahrerin überschritt versehentlich die kostenfreie Parkzeit und sollte anschließend 47 Euro zahlen.
Peter Lassek von der Verbraucherzentrale Hessen mahnt zur Verhältnismäßigkeit der Strafen. Ein weiteres Problem: Die Automaten auf den Parkplätzen drucken oft keine Belege, was Beschwerden erschwert, erläutert die Verbraucherzentrale Bayern. Eingabefehler beim Kennzeichen führen zudem zu weiteren Konflikten.
Anbieter wie Mobility Hub und Park & Control wehren sich gegen die Anschuldigungen. Maximilian Schlereth von Mobility Hub verweist darauf, dass 99,5 bis 99,8 Prozent der Parkvorgänge reibungslos ablaufen. Er sieht die Verantwortung für etwaige Fehler bei den Autofahrern selbst. Das Unternehmen behält sich vor, in begründeten Fällen kulant zu handeln.
Im Zuge der Kontroversen haben einige Supermarktketten, darunter Lidl, Aldi Nord und Kaufland, auf das Feedback ihrer Kunden reagiert und Verträge mit Parkraumbewirtschaftern angepasst oder beendet. Verbraucherschützer empfehlen, stets Quittungen aufzubewahren und bei Unklarheiten Fotos der Parksituation zu machen.

