Paramount erhöht Druck auf Warner Bros. Discovery mit verbessertem Barangebot

10. Februar 2026, 23:05 Uhr · Quelle: Quotenmeter
Paramount verbessert sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery und argumentiert mit höherer Sicherheit gegen das Netflix-Angebot.
Bild: Quotenmeter

Der Medienkonzern legt im Bieterwettstreit mit Netflix nach und verweist auf höhere Sicherheit, feste Bewertung und regulatorische Fortschritte.

Paramount Skydance Corporation hat sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery nachgeschärft und positioniert sich erneut offensiv gegen den konkurrierenden Netflix-Deal. Das nun bekräftigte Barangebot in Höhe von 30 US-Dollar je Aktie soll nach Angaben von Paramount sowohl finanziell überlegen als auch regulatorisch deutlich sicherer sein als die von Netflix vorgeschlagene Transaktion.

Kern der Nachbesserung ist eine sogenannte „Ticking Fee“: Sollte die Übernahme nicht bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein, erhalten WBD-Aktionäre für jedes weitere Quartal zusätzlich 0,25 US-Dollar pro Aktie in bar. Paramount will damit die eigene Zuversicht unterstreichen, das Verfahren zügig durch die Behörden zu bringen. Parallel kündigte das Unternehmen an, die 2,8 Milliarden US-Dollar schwere Vertragsstrafe zu finanzieren, die bei einem Ausstieg aus dem Netflix-Deal fällig würde.

Zugleich adressiert Paramount mehrere zentrale Sorgen des WBD-Boards. So will der Konzern mögliche Kosten aus einer geplanten Schuldenumschuldung in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar vollständig absichern und im Zweifel erstatten. Auch für die Refinanzierung eines bestehenden 15-Milliarden-Dollar-Brückenkredits bietet Paramount Lösungen an – notfalls über eigene Finanzierungspartner. Das Angebot sei vollständig durch Eigen- und Fremdkapital gedeckt, unter anderem durch Zusagen der Ellison-Familie, RedBird Capital sowie Großbanken wie Bank of America und Citigroup.

In der Argumentation gegen Netflix setzt Paramount vor allem auf Transparenz. Während das eigene Angebot einen festen Barwert garantiere, liege die Gegenleistung im Netflix-Modell laut WBD-Unterlagen nur in einer Spanne zwischen 21,23 und 27,75 US-Dollar je Aktie – abhängig von der Verschuldung des künftigen Discovery-Global-Unternehmens. Paramount stellt diese Annahmen offen infrage und warnt vor einem erheblichen Bewertungsrisiko für Aktionäre.

Auch regulatorisch sieht sich Paramount im Vorteil. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die „Second Request“ des US-Justizministeriums bereits erfüllt; zudem liegt seit Ende Januar 2026 eine Freigabe der deutschen Investitionsprüfbehörden vor. Paramount kündigte an, auf der anstehenden außerordentlichen Hauptversammlung aktiv gegen den Netflix-Deal zu werben und Aktionäre zur Unterstützung des eigenen Angebots aufzurufen.

Warner Bros. Discovery hat bestätigt, ein weiteres nachgebessertes, unaufgefordertes Übernahmeangebot von Paramount Skydance erhalten zu haben. Das sogenannte February 10 Amended Tender Offer sieht den Erwerb sämtlicher ausstehender WBD-Stammaktien vor. Der Verwaltungsrat von WBD erklärte, man werde das Angebot im Einklang mit den treuhänderischen Pflichten sowie in enger Abstimmung mit unabhängigen Finanz- und Rechtsberatern prüfen. Maßgeblich dafür ist jedoch weiterhin die bestehende Vereinbarung mit Netflix, auf deren Grundlage WBD aktuell agiert.

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[quotenmeter.de] · 10.02.2026 · 23:05 Uhr
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