Ostdeutschland: Von Boomregionen und strukturellen Herausforderungen
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) plädiert für einen differenzierten Blick auf Ostdeutschland und betont die Notwendigkeit einer gesamtdeutschen Investitionsstrategie. In einem Interview stellte sie klar, dass das negative Image des Ostens überholt sei und verwies stolz auf die Erfolge der Region. Ihrer Ansicht nach gibt es zahlreiche Boomregionen, darunter die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg, die zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen zählen.
Besonders die Innovationszentren in Städten wie Potsdam, Leipzig, Dresden, Jena und Erfurt sind laut Giffey führend in diversen Bereichen. Ein bedeutender Teil der sauberen Energieproduktion wird mittlerweile im Osten generiert, was die strategische Bedeutung der Region zusätzlich unterstreicht.
Dennoch bleibt die Region mit Herausforderungen konfrontiert. Strukturelle Nachteile wie niedrigere Löhne, die Konzentration von Konzernzentralen im Westen sowie die Notwendigkeit von Flugreisen über Westdeutschland sind nach wie vor prägende Faktoren. Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft bleiben meist Westdeutschen vorbehalten, was die Lage in strukturschwachen ostdeutschen Gebieten weiter verschärft.
Giffey spricht sich für eine Investitionsstrategie aus, die das Potenzial des gesamten Landes berücksichtigt. Neben Leuchtturmprojekten sollten der Mittelstand, Kunst und Kultur sowie Start-ups besondere Unterstützung erfahren. Dabei müsse die SPD ihre wirtschaftspolitische Rolle weiterentwickeln und sich gezielt als Partei der Unternehmerinnen und Unternehmer positionieren, um Wählerstimmen nicht an die CDU zu verlieren.

