Ostdeutsche fühlen sich häufiger abgehängt als Westdeutsche
Ostdeutsche fühlen sich häufiger abgehängt als Westdeutsche, so eine neue Studie der Universität Jena. Der Deutschland-Monitor zeigt, dass 19 Prozent der Ostdeutschen ein Gefühl des Abgehängtseins haben, während es im Westen des Landes nur acht Prozent sind.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass mehr Menschen in Ostdeutschland den Eindruck haben, dass sich die Politik nicht ausreichend für ihre Region interessiert und sich zu wenig für die wirtschaftliche Entwicklung dort einsetzt. Die Forscherinnen und Forscher erklären dies mit den strukturellen Bedingungen, insbesondere der Überalterung und Abwanderung in einigen ostdeutschen Gegenden.
Auch die Bewertung der Demokratie in Deutschland unterscheidet sich zwischen Ost und West. Obwohl fast alle Befragten (97 Prozent) der Idee der Demokratie zustimmen, sind mehr als die Hälfte der Ostdeutschen (56 Prozent) mit der Praxis unzufrieden. Unter den Westdeutschen sind es hingegen nur vier von zehn Befragten.
Einigkeit besteht allerdings darin, dass der Staat Verantwortung für allgemeine Lebensrisiken übernehmen sollte. Die Lebensqualität wird sowohl in Ost und West als auch in der Stadt und auf dem Land ähnlich bewertet.
Die Studie identifiziert auch die zentralen Herausforderungen in der Stadt und auf dem Land: die Verfügbarkeit bezahlbaren Wohnraums, der Fachkräftemangel und der wachsende Gegensatz zwischen Arm und Reich. Insbesondere in strukturschwachen ländlichen Regionen, vor allem in Ostdeutschland, stellt die Abwanderung junger Menschen ein zusätzliches Problem dar.
Der Deutschland-Monitor ermöglicht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, neue Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Einstellungen und Bewertungen der deutschen Bevölkerung zu gewinnen. Die Befragung findet jährlich statt. (eulerpool-AFX)

