Orsted trotzt Unsicherheiten: Kapitalerhöhung trotz Baustopp in den USA
Der dänische Windparkbetreiber Orsted zeigt sich entschlossen, seine Pläne für eine umfangreiche Kapitalerhöhung fortzusetzen, obwohl eines seiner Großprojekte in den USA einem Baustopp unterliegt. Der Präsident der Vereinigten Staaten verfügte das Aussetzen der Arbeiten an dem Windkraftprojekt "Revolution Wind" vor der Küste von Rhode Island. Dennoch lässt sich Orsted nicht entmutigen und kann auf die Unterstützung seines Mehrheitsaktionärs, des dänischen Staates, zählen.
Bereits am 11. August wurde die Kapitalerhöhung um 60 Milliarden dänische Kronen, umgerechnet etwa 8 Milliarden Euro, angekündigt. Die frischen Mittel sollen helfen, eine Finanzierungslücke zu schließen, nachdem der Verkauf eines Teils des US-Windparkprojekts "Sunrise" gescheitert ist. Der Aktienkurs des Unternehmens erlebte daraufhin einen Dämpfer.
Trotz des Rückschlags beim "Sunrise"-Projekt erlitt Orsted kurz darauf einen weiteren Stoß in Form des genannten Baustopps für "Revolution Wind", ein Projekt, das Orsted gemeinsam mit einer Infrastruktur-Tochter von Blackrock betreibt. Beide Partner halten jeweils die Hälfte des ausführenden Gemeinschaftsunternehmens.
Die US-Behörde begründete die Maßnahme mit neuen Bedenken, trotz der Tatsache, dass das Projekt alle notwendigen Genehmigungen seit langem besitzt. Das Unternehmen versichert, dass das Projekt von den zuständigen Stellen alle erforderlichen Zulassungen erhalten habe, und zwar nach Überprüfungen, die bereits vor mehr als neun Jahren begonnen haben.
Orsted bleibt im Gespräch mit den Behörden und bewertet alle Optionen, um den Bau unverzüglich fortzusetzen. Bislang ist das Projekt zu 80 Prozent fertiggestellt, mit allen Fundamenten und 45 von 65 Turbinen installiert. Um die restlichen Arbeiten abzuschließen, sind weitere Investitionen erforderlich, wobei Orsteds Anteil bei rund 5 Milliarden Kronen liegt.

