Optimistische Verhaltensprognose für den Aktienmarkt 2026
HQ Trust, der Vermögensverwalter der Familie Harald Quandt, blickt mit verhaltenem Optimismus auf die Aktienmärkte im Jahr 2026. Experten des Unternehmens erwarten ein Abflauen des bisherigen Auftriebes und schätzen, dass die Börsen an Fahrt verlieren werden. Insbesondere in den USA könnten die hohen Bewertungen den Erträgen einen Dämpfer versetzen. Diese dürften sich deshalb nur im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen. Analystenambitionen in puncto Unternehmensgewinne bergen zudem Enttäuschungspotenzial, was zu stärkeren Marktschwankungen führen könnte. Trotzdem beteuert Christian Subbe, Chefanlagestratege bei HQ Trust, dass der Hype rund um Künstliche Intelligenz (KI) ein bedeutender Wachstumsfaktor an den Börsen bleibt. Eine Blase wie Anfang der 2000er Jahre sei nicht zu verzeichnen. Im Gegensatz, das Fundament sei stabiler, da hochprofitabel wirtschaftende Konzerne als Treiber fungierten, obwohl unter Anlegern nach wie vor Vorsicht herrscht und KI Weiterentwicklungen die Innovation vorantreiben dürften.
Ein weiterer wichtiger Treiber für Aktien sei der erwartete - wenn auch moderate - Aufschwung der Weltwirtschaft. Getragen wird dieser zu einem großen Teil durch Investitionen in KI, positive Impulse aus Asien und eine weiterhin solide US-Wirtschaft. Chefökonom Michael Heise prognostiziert für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent, etwas niedriger als die 2,5 Prozent im Vorjahr. Die USA sollen um zwei Prozent zulegen, während China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einem Wachstum von vier Prozent weiterhin beeindrucken dürfte. Für die Eurozone wird ein stabiles Wachstum von 1,4 Prozent erwartet, wobei Deutschland durch Investitionen in Rüstung und Infrastruktur sowie einen Anstieg des Konsums dank gestiegener Reallöhne um 1,2 Prozent wachsen sollte.
Eine ernsthafte Eskalation zwischen den USA und Europa könnte diese Prognosen jedoch gefährden, warnt Heise, bleibt aber zuversichtlich, dass der Konflikt um Grönland einen Kompromiss finden wird. Auch die anstehenden Sonderzölle und potenzielle EU-Reaktionen wären seiner Meinung nach für die Märkte tragbar, solange der Handelsdeal von 2025 nicht scheitert. HQ Trust empfiehlt Anlegern eine gezielte Aktienauswahl und rät, US-Aktien im Portfolio von derzeit 70 Prozent auf etwa 50 bis 60 Prozent zu reduzieren. Angesichts der dynamischen Entwicklung in Asien und günstiger Bewertungen in Schwellenländern sieht Chefanlagestratege Subbe hier großes Aufholpotenzial.
Auch europäische Aktien sowie Unternehmen aus Australien und Japan bieten seiner Ansicht nach interessante Chancen. Aufgrund der gestiegenen Risiken bleibt HQ Trust in Aktien und Anleihen untergewichtet, während der Geldmarkt übergewichtet wird. Gold wird neutral betrachtet, da es trotz seines hohen Preises als Absicherung in Krisenzeiten gilt. Die Nachfrage nach Gold bleibt stabil, beeinflusst durch die strategische Bedeutung für Zentralbanken und die Vorliebe der indischen Bevölkerung für Schmuckgold.

