Optimismus bei ING trotz Gewinnrückgang: Aktie legt kräftig zu
Die niederländische Großbank ING zeigt sich trotz eines Gewinnrückgangs im Sommer überraschend zuversichtlich. Die Bank prognostiziert nun eine Eigenkapitalrendite von über 12,5 Prozent. Diese optimistische Perspektive gründet auf einem erwarteten Gesamtjahresertrag von etwa 22,8 Milliarden Euro – ein Plus von 200 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Schätzungen.
Gleichzeitig plant das Finanzinstitut, seine Kosten im unteren Bereich der bisherigen Spanne von 12,5 bis 12,7 Milliarden Euro zu halten. Zudem hat die ING angekündigt, für 1,1 Milliarden Euro eigene Aktien zurückzukaufen und Mitte Januar 2026 eine Sonderdividende in Höhe von 500 Millionen Euro an ihre Aktionäre auszuschütten.
Die positiven Nachrichten wurden an der Börse in Amsterdam wohlwollend aufgenommen: Die ING-Aktie kletterte bis zur Mittagszeit um rund fünf Prozent auf 21,965 Euro und führte die Gewinnerliste des Eurozonen-Index EuroStoxx 50 an.
Anke Reingen, Branchenexpertin bei der kanadischen Bank RBC, zeigte sich von den vorgelegten Quartalszahlen angenehm überrascht. Während die überarbeitete Jahresprognose den allgemeinen Markterwartungen nahekommt, wird insbesondere die Kapitalauszahlung als erfreuliches Signal wahrgenommen. Allerdings fiel der Anteil des Aktienrückkaufs geringer aus als erwartet.
Im dritten Quartal verzeichnete ING im Jahresvergleich leicht gesunkene Erträge von 5,9 Milliarden Euro, während die Betriebskosten um fast vier Prozent stiegen. Der Überschuss fiel um rund fünf Prozent auf etwa 1,8 Milliarden Euro zurück, blieb jedoch über den pessimistischen Analystenerwartungen.
Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem deutschen Privatkundengeschäft. Hier verbuchte die ING trotz eines leichten Rückgangs der Erträge um knapp ein Prozent auf 754 Millionen Euro einen Gewinnzuwachs von fünf Prozent, sodass unter dem Strich ein Gewinn von 240 Millionen Euro erwirtschaftet wurde.

