Optimismus an Europas Börsen trotzt nahöstlicher Spannungen
Trotz der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten konnten Europas führende Aktienmärkte zu Wochenbeginn zulegen. Analysten hoffen auf einen begrenzten Charakter des Konflikts zwischen Israel und dem Iran, was die potenziellen negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mildern könnte, so Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Der EuroStoxx 50, der bedeutendste Index der Eurozone, stieg um 0,93 Prozent und schloss bei 5.339,57 Punkten. Auch der FTSE 100 aus London verzeichnete ein Plus von 0,28 Prozent, womit er auf 8.875,22 Punkte kletterte und seinem bisherigen Rekordhoch näher kam. Anders hingegen verlief der Handel in der Schweiz, wo der SMI um 0,45 Prozent auf 12.090,87 Punkte nachgab, belastet durch die negativen Entwicklungen bei Roche, Nestlé und Novartis.
Ein zentrales Thema bleibt der Ölpreis, dessen Anstieg durch mögliche Blockaden und Verzögerungen im Transportwesen eine Bedrohung für die globale Wirtschaft darstellt, betonte Altmann. Dennoch zeigte sich der europäische Reise- und Freizeitsektor erholt und führte das Branchenranking an, während defensive Sektoren wie Nahrungsmittel, Versorger und Pharma hinterherhinkten.
Besonders auffällig waren die Bewegungen bei den französischen Aktien: Renault verlor 8,7 Prozent, während Kering um fast 12 Prozent anstieg. Der Chef von Renault, Luca De Meo, wird das Unternehmen im Juli verlassen, und Kering bestätigte einen Wechsel des Managers an seine Spitze. In London stiegen die Aktien von Metro Bank um mehr als 18 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass Pollen Street Capital Interesse an einer Übernahme hat. Auch Entain konnte mit einem Kursplus von über 15 Prozent überzeugen, nachdem das Unternehmen sein Umsatzziel für BetMGM, das Gemeinschaftsprojekt mit MGM Resorts, nach oben revidierte.

