Optimismus an den Börsen: DWS sieht trotz Zollrisiken Potenziale
Der Finanzdienstleister DWS prognostiziert weiterhin Wachstumspotenzial für Aktienkurse auf beiden Seiten des Atlantiks, trotz der unberechenbaren Zollthematik. Die Fondsmanager der Gesellschaft wiesen kürzlich in einem Pressegespräch in Frankfurt darauf hin, dass sich die Märkte in einem historisch günstigen Umfeld befinden. Unterstützt wird dieser Optimismus durch das moderate Wirtschaftswachstum und die Erwartung, dass die Zinssätze weltweit weiter sinken könnten. Eine solche ökonomische Konstellation habe sich in der Vergangenheit bereits positiv auf die Aktienmärkte ausgewirkt.
In den kommenden zwölf Monaten wird von der US-Notenbank Federal Reserve erwartet, die Leitzinsen um insgesamt einen Prozentpunkt auf eine Spanne von 3,25 bis 3,50 Prozent zu senken, wie Henning Potstada, Leiter des Bereichs Anleihen für Europa, Naher Osten und Afrika, erklärt. Diese Anpassung wird vor allem auf die Schwäche des US-Arbeitsmarktes zurückgeführt. Durch niedrigere Zinsen werden Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anleihen zunehmend attraktiv.
Gleichzeitig steht die Fed unter erheblichem Druck seitens US-Präsident Donald Trump, der vehement Zinssenkungen fordert und wiederholt den Fed-Chef Jerome Powell kritisiert hat. Kürzlich sorgte Trumps Entscheidung, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, für Aufsehen, wobei diese Entscheidung angefochten werden könnte. Dennoch schätzt die DWS das politische Risiko eines Eingriffs in die Unabhängigkeit der Fed als gering ein. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen dient als maßgebliches Korrektiv gegen übermäßigen politischen Einfluss.
Dennoch bereiten die Inflationstendenzen in den USA den DWS-Experten Sorgen. Die Inflation könnte bis Jahresende auf 3,5 Prozent steigen, doch für das nächste Jahr wird ein Rückgang erwartet, bedingt durch das schwächere Wirtschaftswachstum. Als größere Herausforderung sehen die Fachleute die Auswirkungen von Trumps Zöllen auf den wichtigen US-Konsum. Unternehmen wie Walmart haben bereits Maßnahmen angekündigt, um gestiegene Importkosten durch Preiserhöhungen weiterzugeben.
Nichtsdestotrotz bekräftigt DWS, dass die stabile Gewinnentwicklung der Unternehmen ein starkes Argument für Aktieninvestitionen bleibt. Besonders der deutsche Markt könnte durch das umfangreiche Infrastrukturprogramm der Regierung vermehrt das Interesse internationaler Investoren gewinnen. Fondsmanager Klaus Kaldemorgen äußert einen optimistischen Ausblick, jedoch mit einem Vorbehalt hinsichtlich der politischen Bereitschaft, die notwendigen strukturellen Maßnahmen zur Unterstützung dieses Programms zu ergreifen.

