OPEC+ plant mögliche Verzögerung der Fördermengenerhöhung
Die OPEC+ erwägt eine Verschiebung der geplanten Erhöhung der Fördermenge im nächsten Monat, nachdem die Ölpreise ihren niedrigsten Stand seit neun Monaten erreicht haben. Dies teilten drei Quellen aus der Produzentengruppe am Mittwoch gegenüber Reuters mit.
Gleichzeitig mit anderen Anlageklassen sind die Ölpreise aufgrund von Bedenken über eine schwache Weltwirtschaft gefallen. Insbesondere die schwachen Wirtschaftsdaten aus China, dem weltgrößten Ölimporteur, belasten den Markt.
Noch in der vergangenen Woche schien die Gruppe entschlossen, im Oktober eine Erhöhung um 180.000 Barrel pro Tag (bpd) vorzunehmen. Doch die Marktvolatilität, bedingt durch Ölanlagenstillstände in Libyen und ein schwacher Nachfrageausblick, haben innerhalb der Gruppe Bedenken geweckt.
Einige Quellen schlugen daher vor, die Erhöhung zu verschieben, und eine andere Quelle betonte, dass eine Verzögerung sehr wahrscheinlich sei.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und das Kommunikationsbüro der saudischen Regierung haben derzeit noch nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert.
Acht Mitglieder der OPEC+ – welche auch ihre Verbündeten einschließt – planen im Oktober die Fördermenge um 180.000 bpd zu erhöhen. Dies ist Teil eines Plans, die jüngsten Produktionskürzungen von insgesamt 2,2 Millionen bpd schrittweise rückgängig zu machen, während andere Kürzungen bis Ende nächsten Jahres bestehen bleiben.
Am Mittwoch stieg der Handelspreis von Brent-Rohöl um 1 % auf 74,47 USD pro Barrel. Dieser Anstieg erfolgte aufgrund der Nachricht über eine mögliche Verzögerung der Erhöhung, jedoch bleibt der Preis seit Dezember auf einem Tiefststand.
Preisschwankungen resultierten in den letzten Wochen auch aus einem Konflikt zwischen rivalisierenden Fraktionen in Libyen, einem OPEC-Produzenten. Dieser Konflikt führte zu einem Produktionsausfall von mindestens 700.000 bpd.
Am Dienstag sanken die Preise um etwa 5 %, nachdem bekannt wurde, dass eine mögliche Einigung zur Lösung des Konflikts in Sicht ist. Auch schwache Nachfrage aus China und ein Einbruch der globalen Raffineriemargen, die die Verarbeitung von Rohöl durch Raffinerien reduzieren könnten, haben den Markt belastet.
„Während die APAC-Region dieses Jahr das Wachstum tragen sollte, hat Chinas enttäuschende Leistung die Wachstumsprognosen für 2024 gedämpft und liegt weiterhin sowohl hinter den Rohölimporten als auch den Raffineriedurchsatzmengen von 2023 zurück“, schrieb RBC-Analystin Helima Croft in einer Notiz.

