Opec+ Entscheidung drückt Ölpreise weiter nach unten
Die internationalen Ölpreise zeigten sich erneut volatil, nachdem der Ölförderverbund Opec+ eine Erhöhung der Produktionsmenge ankündigte. Der Preis für Brent-Rohöl zur Juli-Lieferung fiel um 91 Cent auf 60,39 Dollar pro Barrel, konnte sich jedoch leicht von noch stärkeren Verlusten erholen. Zuvor hatte der Brent-Preis beinahe ein Mehrjahrestief von Anfang April erreicht.
Ebenso sank der Preis für ein Barrel WTI-Rohöl zur Juni-Lieferung um 1,07 Dollar und notierte bei 57,23 Dollar. Die Entscheidung von Opec+, im Juni die Fördermenge um 411.000 Barrel pro Tag zu steigern, belastet die Märkte zusätzlich. Damit wird ein Niveau erreicht, das ursprünglich für Oktober 2025 vorgesehen war.
Saudi-Arabiens Ankündigung, weitere Produktionsanhebungen könnten folgen, verstärkt diese Dynamik. Analysten des Analysehauses Jefferies weisen darauf hin, dass sich die Ölpreise im bisherigen Jahr angesichts globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten und eines Überangebots auf einem Abwärtstrend befinden.
Indes warnt die US-Bank Goldman Sachs vor weiteren Risiken für die Ölpreise, da hohe freie Kapazitäten und eine gestiegene Rezessionsgefahr den Druck verstärken. Die Strategie der Opec+ könnte auch dazu führen, die Förderung von US-Schieferöl für Betreiber weniger attraktiv zu gestalten.
Am 9. April sank der Brent-Preis aufgrund eines Zollkonflikts auf 58,40 Dollar, das niedrigste Niveau seit Anfang 2021.

