Onimusha: Way of the Sword hat endlich ein Releasedatum – und eine Demo, die du ab sofort spielen kannst
Onimusha: Way of the Sword schlägt am 25. September 2026 auf PS5, Xbox Series X/S und PC auf. Nachdem Capcom den Release bisher nur vage für 2026 in Aussicht gestellt hatte, fiel die Bombe in der kürzlichen State of Play: Ein neuer Trailer, ein konkreter Termin – und eine spielbare Demo, die ohne jede Vorankündigung ab sofort zum Download bereitsteht. Der rund 30-minütige Vorgeschmack führt dich in den Kiyomizu-Tempel, wo du dich Miyamoto Musashis Erzrivalen Sasaki Ganryu stellst. Der Clou: Wer die Testversion durchspielt, schaltet im Hauptspiel den Talisman Kubi Akari frei.
Die Demo ist da – erste Gameplay-Eindrücke aus dem Kiyomizu-Tempel
Capcom macht aus dem Test keinen Hehl: Du bekommst die ersten 30 Minuten der Geschichte vorgesetzt, mitsamt Tutorial und einem Bosskampf gegen Ganryu Sasaki, der – wenig überraschend – ebenfalls einen Oni-Handschuh trägt. Der offizielle PlayStation Blog schlüsselt auf, welche Techniken dir in der Demo zur Verfügung stehen: Parieren, Ablenken, Issen, Oni-Waffen und das Absorbieren von Seelen.
Das Kampfsystem setzt stark auf präzises Timing. Feindliche Angriffe lassen sich parieren und umlenken, gebrochene Haltungen öffnen das Fenster für sofortige Exekutionen. Wer kontinuierlich ausweicht, füllt die Reflexausweichen-Anzeige – ein rotes Quadrat rechts unten im Bildschirm. Ist sie voll, entfesselst du eine verheerende Instinktkombo. Klingt flüssig, spielt sich laut ersten Stimmen aus der Community auch so – der GameStar-Thread zur Demo vermeldet: „Es sieht super aus und läuft extrem flüssig.“ Ob das so bleibt, wird der September zeigen.
Dazu kommen zwei übernatürliche Fähigkeiten aus dem Oni-Handschuh: Eine davon setzt auf rohe, defensive Durchschlagskraft und durchbricht gegnerische Verteidigung mit brachialen Hieben. Die andere verleiht explosive Geschwindigkeit, mit der Musashi sogar bestimmte Wände überqueren kann – ein kleines Metroidvania-Element in einem ansonsten betont linearen Abenteuer.
Der fünfte Trailer, der ebenfalls in der State of Play Premiere feierte, zeigt neben dem Tempel auch Oeyama, ein Gebirgszug in Kyoto, auf dem der kolossale Boss Shuten Doji seine Festung errichtet hat. Die Actionszenen sind blutig, wuchtig und erinnern optisch an das, was die RE Engine in Resident Evil Requiem leistet – nur diesmal mit Katanas statt Schrotflinten.
Editionen, Preise und Vorbestellerboni: Das kostet Musashis neuer Ritt
Capcom ruft für das lineare Actionspiel selbstbewusste AAA-Preise auf. Auf Steam ist das Spiel bereits vorbestellbar, die endgültigen Euro-Preise liegen jetzt vor:
- Standard Edition: 79,99 Euro – Basisversion mit Vorbestellerbonus (Talisman Komainu + Schwertaussehen Versiegelter Fluch)
- Deluxe Edition: 89,99 Euro – zusätzlich das Deluxe Kit mit diversen Talismanen, alternativem Outfit und kosmetischen Skins für Musashi
- Premium Deluxe Edition: 99,99 Euro – enthält alles aus der Deluxe Edition plus das Premium Kit mit Outfits für Verbündete, weiteren Skins und dem digitalen Soundtrack
Vorbesteller der beiden teureren Editionen erhalten obendrauf einen weiteren Talisman und ein zusätzliches Schwertaussehen. Die kosmetischen Extras ändern übrigens nichts an den Kampfwerten – sie sind rein visuell, was bei dem Preis zumindest keine Pay-to-Win-Diskussion lostritt.
20 Jahre später – was die RE Engine für Onimusha bedeutet
Seit Dawn of Dreams (2006) hat es keinen neuen Hauptteil der Serie gegeben. Dass Capcom die IP jetzt wiederbelebt, folgt einer nachvollziehbaren strategischen Logik: Die Firma hat in den letzten Jahren Resident Evil und Monster Hunter in Rekordhöhen katapultiert, Street Fighter 6 läuft stark, Devil May Cry 5 war ein Erfolg. Jetzt ist Kapazität für die zweite Reihe da. Producer Akihito Kadowaki erklärte gegenüber GameSpot, dass sich das richtige Team erst Anfang 2020 zusammenfand – genau zu dem Zeitpunkt, als die RE Engine produktionsreif genug für ein Onimusha war.
Doch genau hier liegt der kritische Punkt. Die RE Engine glänzt mit fantastischen Charaktermodellen, detaillierten Animationen und dichter Atmosphäre – hat aber bei großen, komplexen Spielwelten auch ihre Problemstellen gezeigt. Dragon’s Dogma 2 kämpfte zum Launch mit heftigen CPU-Einbrüchen in Städten, Monster Hunter Wilds brauchte mehrere Performance-Patches, bis es auf breiter Front stabil lief. Die gute Nachricht für Onimusha: Ein lineares Leveldesign nimmt der Engine viel Last von den Schultern. Keine offene Welt, keine hundert NPCs gleichzeitig, keine dynamischen Wettersysteme – stattdessen fokussierte Areale mit inszenierten Kämpfen. Das begrenzt das Risiko spürbar.
Trotzdem bleibt die Frage, wie die Versionen auf Xbox Series S und weniger potenten PCs aussehen werden. Die Demo läuft ausschließlich auf PS5, Xbox Series X/S und PC – Switch 2 ist nicht genannt, und die offizielle Produktseite von Capcom listet ausschließlich die drei Current-Gen-Plattformen. Wer auf einen portablen Samurai-Ausflug hofft, schaut bislang in die Röhre.
Ein riskantes Revival mit Selbstbewusstsein
Capcom geht bei Way of the Sword einen bemerkenswerten Weg. Statt auf Nostalgie und bekannte Gesichter zu setzen, erzählt das Spiel eine komplett neue Geschichte um den historischen Schwertkämpfer Miyamoto Musashi – ohne narrative Altlasten aus früheren Teilen mitzuschleppen. Das Gesicht Musashis ist dem 1997 verstorbenen Samurai-Filmstar Toshiro Mifune nachempfunden, mit Zustimmung von dessen Nachlass. Ein cineastischer Anspruch, der zur Serie passt, die schon 2001 mit aufwändigen Gesichtsanimationen beeindruckte.
Dass der Director bereits klargestellt hatte, das Spiel sei weder als Open World noch als Soulslike konzipiert, ist in der aktuellen Spielelandschaft fast schon eine Kampfansage. Während Ghost of Tsushima, Rise of the Ronin und die Nioh-Reihe alle auf offene oder halboffene Strukturen setzen, stemmt sich Onimusha bewusst gegen den Trend. Das kann funktionieren – oder wie ein Relikt aus der PS2-Ära wirken. Die ersten Demo-Eindrücke deuten auf Ersteres hin, doch 30 Minuten Spielzeit sind keine Garantie für ein stimmiges Gesamtpaket.
Bedenklich stimmt die stille Vorgeschichte: Das Remaster von Onimusha: Warlords (2019) verkaufte sich so enttäuschend, dass die bereits geplanten Neuauflagen von Teil 2 und 3 gestrichen wurden. Erst 2025 – ein Jahr vor Way of the Sword – erschien dann überraschend doch ein Remaster von Onimusha 2: Samurai’s Destiny. Der Branchenkonsens: Das war der Testballon, um die Nachfrage zu messen. Offenbar hat Capcom genug gesehen, um grünes Licht für den Vollpreis-Titel zu geben. Ob die Kalkulation aufgeht, entscheidet sich am 25. September.


