Ölpreise unter Druck: Wechselvolle Marktreaktionen und zollpolitische Spannungen
Die internationalen Ölpreise zeigten sich am Dienstag weitgehend stabil, nachdem sie sich zwischenzeitlich von den Verlusten des Vortages erholt hatten. Doch die anfangs erzielten Gewinne schwanden bald wieder. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte zuletzt um moderate 33 Cent auf 77,41 Dollar. Für das amerikanische Pendant WTI wurden 73,47 Dollar gezahlt, was einem Anstieg von 30 Cent gegenüber dem Vortag entspricht.
Der starke Preisrückgang zu Beginn der Woche wird von Barbara Lambrecht, Rohstoffspezialistin der Commerzbank, auf einen Ausverkauf von Technologieaktien zurückgeführt, welcher die Risikoaversion auf den Finanzmärkten signifikant steigerte und so auch den Ölmarkt belastete. Bereits seit Montagabend gab es eine partielle Erholung, doch der Aufschwung im frühen Dienstagshandel verlor rasch an Dynamik. WTO-Experten verweisen auf die zaghafte Kaufbereitschaft infolge der aktuellen Zollpolitik der USA.
Die Pläne des neuen US-Finanzministers Scott Bessent, universelle Importzölle ab 2,5 Prozent einzuführen, wie in der "Financial Times" berichtet wurde, fanden Erwähnung in aktuellen Medienberichten. Präsident Donald Trump äußerte sich dahingehend, dass er noch weit höhere Zölle favorisiere. Solche Maßnahmen könnten den globalen Handel stark beeinträchtigen und das Wachstum der Weltwirtschaft gefährden, so Warren Patterson, Rohstoffanalyst bei der Bank ING. Die Gefahr einer wirtschaftlichen Eskalation nimmt somit an Bedeutung zu.

