Ölpreise unter Druck: US-Zollpaket sorgt für Unruhe
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Ölmarkt lassen sich mit einem Wort beschreiben: Anspannung. Kurz vor der Implementierung eines umfangreichen Zollpakets der Vereinigten Staaten, das nahezu alle internationalen Handelspartner betrifft, geraten die Ölpreise zunehmend unter Druck. Eine kurzzeitige Erholung, die sich noch angedeutet hatte, wurde damit im Keim erstickt.
So notierte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zuletzt bei 61,72 US-Dollar, was einen Rückgang von 2,49 Dollar im Vergleich zum Vortag bedeutet. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete einen Preisrückgang um 2,18 Dollar auf nunmehr 58,52 Dollar pro Barrel. Die Diskussionen um die höheren Abgaben haben sich damit noch verschärft.
Seitens des Weißen Hauses gibt es keine Hinweise auf ein Aussetzen der Zölle. Auch seitens Chinas gibt es keine Bereitschaft, nachzugeben, während die EU-Kommission mögliche Gegenmaßnahmen prüft. Die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten zieht sich wie ein roter Faden durch die Aussagen der Regierung.
Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte nach Rücksprache mit US-Präsident Trump, dass es zu keinen Verlängerungen oder Verzögerungen bei der Einführung der Zölle kommen wird. Ab Mitternacht Washingtoner Zeit (6:01 MESZ) sollen diese in Kraft treten. Insbesondere die Sonderzölle gegen China sind dabei ein zentrales Element und würden auf insgesamt 104 Prozent steigen.
Der Ölmarkt, ohnehin sensibilisiert gegenüber den internationalen Handelsbeziehungen, bleibt weiterhin in einem Spannungsfeld. Die wirtschaftlichen Perspektiven trüben sich ein, die Nachfrage nach Rohöl sinkt. Aus diesem Grund haben führende US-Banken bereits eine Anpassung ihrer Preisprognosen vorgenommen. Eine baldige Entspannung des Zollkonflikts ist nicht absehbar.
Sollte China seinerseits die Gegenzölle nicht reduzieren, plant Trump die Einführung weiterer Zölle von bis zu 50 Prozent auf chinesische Produkte.

