Ölpreisanstieg: Opec+ hebt Fördermengen an, geopolitische Spannungen nehmen zu
Die Ölpreise haben mit Beginn der Handelswoche einen markanten Anstieg verzeichnet, bedingt durch die anhaltende Erhöhung der Fördermengen seitens der Opec+. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im August verteuerte sich um 1,50 US-Dollar auf 64,28 US-Dollar, während das amerikanische Pendant, die WTI-Sorte, im Juli um 1,70 US-Dollar auf nunmehr 62,49 US-Dollar stieg.
Im Rahmen ihrer fortlaufenden Bemühungen wird eine Kerngruppe des Ölkartells, bestehend unter anderem aus Saudi-Arabien und Russland, im Juli die tägliche Fördermenge um weitere 411.000 Barrel erhöhen. Diese Maßnahme, die im Zuge einer Online-Sitzung beschlossen wurde, basiert auf optimistischen globalen Wirtschaftsprognosen und stabilen Marktbedingungen. Bereits in den Monaten Mai und Juni hatten die Staaten ähnliche Erhöhungen umgesetzt, und der jüngste Schritt war von Marktbeobachtern vorausgesehen worden.
Neben der Angebotssteigerung befeuern auch geopolitische Spannungen den Ölpreisanstieg. Am Wochenende sorgte der ukrainische Geheimdienst SBU mit Angriffen auf russische Militärflughäfen für Unruhen, was als weiteres Risiko in die Kalkulation der Ölhändler einbezogen wird. Parallel dazu meldete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien eine beträchtliche Steigerung der iranischen Uranproduktion, die während der gegenwärtigen Atomverhandlungen mit den USA zugenommen hat. Dieses Verhalten Teherans, darunter die mangelnde Kooperation mit der IAEA, sorgt für zusätzliche Unsicherheit.
Ungeachtet dessen bleibt der fortwährende Zollkonflikt im Blickpunkt, insbesondere da US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die bestehenden Einfuhrzölle auf Stahl von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent zu erhöhen, während die Handelskonfrontationen zwischen China und den USA eine weitere Eskalationsstufe erreicht haben.

