Ölpreis steigt erneut: Trump und geopolitische Faktoren schüren Unsicherheiten
Der Ölmarkt zeigte sich erneut volatil, da Investoren die nächsten Schritte von Präsident Donald Trump zur Ahndung Russlands für dessen Kriegshandlungen in der Ukraine spekulieren. Die Sorgen über die Versorgung mit Rohöl aus der Region intensivieren sich.
West Texas Intermediate erlebte einen Preisanstieg von 1,7 %, schloss jedoch knapp unter 64 Dollar pro Barrel und erreichte damit den höchsten Abschlusspreis seit einer Woche. Ein spontaner Preissprung folgte, nachdem Trump auf sozialen Medien Russlands Verletzung des polnischen Luftraums thematisierte. Eine heftige Reaktion mit dem Kommentar "Jetzt geht’s los!" führte dazu, dass Händler ihre Short-Positionen schlossen, um sich auf mögliche US-Sanktionen auf russische Energien vorzubereiten.
Auch die Drohung neuer Zölle auf Indiens und Chinas Importe von russischem Rohöl durch Trump trug zur Unruhe bei. Diese Maßnahme ist Teil eines Versuchs, Moskau zu Verhandlungen mit der Ukraine zu bewegen, allerdings nur in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union.
Zusätzlich wird der Energiemarkt von geopolitischen Spannungen beeinflusst, die durch Israels Militärschläge in der Region angeheizt werden. Diese Angriffe könnten die Bemühungen der USA, den Nahostkonflikt zu entschärfen, gefährden. Öl trader achten zudem auf die Entwicklung der Zinsen in den USA, da unerwartet gesunkene Erzeugerpreise Überlegungen zur Absenkung der Leitzinsen durch die Federal Reserve anheizen.
Obwohl US-Rohölpreise zwischen 62 und 67 Dollar stagnieren, wirken sich die wachsenden geopolitischen Risiken auf den Markt aus. Die jüngsten Lagerbestandsberichte der US-Regierung zeigen einen unerwartet hohen Anstieg, was das schwächelnde heimische Marktbild unterstreicht. Schließlich erwarten Analysten, dass die US-Rohölausfuhren bald wieder steigen könnten, während die Raffinerien ihre saisonalen Rückgänge verzeichnen werden.

