Ölmarkt in Aufruhr: Preissturz setzt sich fort
Die Ölpreise setzen ihren veritablen Preisverfall ungebremst fort. Eine temporäre Waffenruhe im konfliktreichen Nahen Osten hat ein Stück Hoffnung auf eine Entspannung zurückgebracht und sorgt für Turbulenzen an den Märkten. Nachdem das Kriegsbeil zwischen Israel und dem Iran vorläufig begraben wurde, sanken die Notierungen für Rohöl dramatisch. Brent-Öl, das nordseetypische Leichtöl, handelte am Dienstagmorgen für 68,79 Dollar pro Fass, was einem Rückgang von 2,69 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch die amerikanische Variante, WTI, fiel um 2,84 Dollar auf 65,67 Dollar.
In der Vorgeschichte hatten militärische Aktionen der USA das wacklige Gleichgewicht gestört, als über das Wochenende iranische Atomanlagen angegriffen wurden. Dies führte zwischenzeitlich zu einem Anstieg des Brent-Preises auf mehr als 81 Dollar je Barrel in der Nacht zum Montag. Wenige Stunden später dann die Wende: US-Präsident Donald Trump meldete über seine Plattform Truth Social überraschend eine Waffenruhe.
Innerhalb von kaum 24 Stunden fiel der Brent-Preis letztlich um etwa 12 Dollar und erreichte ein Niveau, das an den Beginn der Kriegshandlungen Mitte Juni erinnert. Zuletzt hatte die potenzielle Blockade der strategisch bedeutenden Straße von Hormus den Ölmarkt in Atem gehalten, eine Route, die für den globalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung ist.
Chris Weston von Pepperstone glaubt, dass der Markt das Risiko eines Angebotsschocks jetzt als weitgehend gebannt ansieht. Auch Analysten der Dekabank bringen es auf den Punkt: Der lautstarke Waffenstillstand bringt eine deutliche Reduktion der Risikowahrnehmung mit sich.

