Ölmarkt im Aufwind: Anleger trotzen Zolldrohungen
Die Preise für Rohöl haben zu Wochenbeginn einen merklichen Anstieg verzeichnet. Nordsee-Brent-Öl zur Lieferung im September erreichte einen Preis von 71,17 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg um 81 Cent im Vergleich zum Freitag entspricht. Die amerikanische Sorte WTI stieg um 84 Cent und notierte bei 69,30 US-Dollar pro Barrel für die Lieferung im August.
Trotz der verschärften Zolldrohungen aus den USA gegenüber der Europäischen Union, die künftig Einfuhren mit einem 30-prozentigen Zoll belegen könnten, blieben die Auswirkungen auf die Ölnotierungen aus. Der überraschende Schritt der US-Regierung, der bisherige Drohungen von 20 Prozent deutlich übersteigt, hinterlässt die Märkte wenig beeindruckt.
Viele Investoren nehmen die Ankündigung als Verhandlungstaktik von Präsident Donald Trump wahr und setzen nach wie vor auf einen Kompromiss im Handelskonflikt. Gleichzeitig nehmen die Anleger die geopolitischen Spannungen in den Blick, insbesondere die mögliche Neujustierung der US-Politik gegenüber Russland.
Angesichts möglicher neuer Sanktionen gegen das bedeutende Ölförderland richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine anstehende Erklärung der US-Regierung zur Russlandpolitik. Senator Lindsey Graham, eine maßgebliche Stimme der Republikaner, signalisierte einen bevorstehenden Strategiewechsel in Bezug auf Russlands Engagement in der Ukraine.

