Ölmarkt bleibt stabil trotz Zinsentscheidung der Fed
Der Ölmarkt zeigte sich am Freitag kaum bewegt, nachdem zuvor ein Rückgang verzeichnet wurde. Dies folgte auf die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins in diesem Jahr erstmals zu senken, was auf Bedenken hinsichtlich der Treibstoffnachfrage in den USA zurückzuführen ist.
Die Futures auf Brent-Rohöl sanken um 1 Cent auf 67,43 Dollar pro Barrel, während die US-WTI-Futures um 4 Cent auf 63,53 Dollar fielen. Trotzdem waren beide Richtwerte auf Kurs, die Woche zum zweiten Mal in Folge mit einem Plus zu beenden. Die Fed hatte am Mittwoch ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt gesenkt und signalisiert, dass weitere Senkungen folgen könnten, um auf Anzeichen von Schwäche auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren.
Sinkende Kreditkosten fördern im Allgemeinen die Ölnachfrage und treiben die Preise nach oben. Dennoch stieg der US-Destillatbestand um 4 Millionen Barrel, weit über den Erwartungen von einem Anstieg um 1 Million Barrel, was Sorgen um die Nachfrage im weltweit größten Ölverbraucher schürte und die Preise belastete.
Zudem trugen Gewinne beim USD und den langfristigen US-Renditen zu einem schwächeren Unterstützungstrend für Rohöl bei, so der Analyst Tony Sycamore von IG. Der Dollarindex stieg um 0,43% auf 97,37, mit einem Anstieg von 0,52% gegenüber dem Schweizer Franken und 0,67% gegenüber dem japanischen Yen.
Auch wirtschaftliche Daten verstärkten die Besorgnis. In der vergangenen Woche veröffentlichte Daten zu Arbeitslosenanträgen deuten darauf hin, dass sich der US-Arbeitsmarkt abgeschwächt hat, mit einer rückläufigen Nachfrage und einem geringeren Angebot an Arbeitskräften. Gleichzeitig fiel der Wohnungsbau von Einfamilienhäusern im August auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren, infolge eines Überangebots neuer, unverkaufter Häuser.
Russland, nach den USA der zweitgrößte Produzent von Rohöl im Jahr 2024, gab bekannt, eine neue Maßnahme einzuführen, um den Staatshaushalt vor Ölschwankungen und westlichen Sanktionen zu schützen, wodurch einige Bedenken hinsichtlich des Angebots gemildert wurden. Auch die Aussage von Präsident Trump, dass er niedrige Preise gegenüber Sanktionen gegen Russland bevorzuge, trug dazu bei, die Befürchtungen von Lieferunterbrechungen zu zerstreuen, so Analyst Daniel Hynes von ANZ.

