Ölmärkte unter Druck: US-China Handelsgespräche und OPEC+ Produktionserhöhung im Fokus
Am Mittwoch gerieten die Ölpreise unter Druck, während die Märkte die Ergebnisse der Handelsgespräche zwischen den USA und China verarbeiteten, die Präsident Donald Trump noch überprüfen muss. Das schwache chinesische Nachfrageverhalten nach Öl und Produktionssteigerungen der OPEC+ belasten aktuell den Markt.
Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 24 Cent oder 0,36 % auf 66,63 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für das US-amerikanische West Texas Intermediate sank um 21 Cent oder 0,32 % auf 64,77 US-Dollar.
US-amerikanische und chinesische Vertreter einigten sich auf einen Rahmenplan, um ihren Handelsfrieden wiederherzustellen und Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden und Magnete zu lösen, wie Handelsminister Howard Lutnick nach zweitägigen Verhandlungen in London mitteilte. Trump werde über die Ergebnisse informiert, bevor er sie genehmigt, fügte Lutnick hinzu.
Marktanalyst Tony Sycamore von IG bemerkte, dass dies Abwärtsrisiken für die chinesische Wirtschaft minimieren und die Lage für die US-Wirtschaft stabilisieren könnte, was beides unterstützend für die Ölnachfrage und -preise sei.
Zusätzliche Belastungen des Ölmarktes entstehen durch jüngste Daten zu Ölimporten aus China und zunehmende Produktionsmengen der OPEC+, zu der die Organisation Erdöl exportierender Länder und Verbündete wie Russland gehören. Die OPEC+ plant, im Juli die Produktion um 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen und so die viertelmonatlichen Produktionskürzungen weiter rückgängig zu machen.
Chinas Zollbehörde berichtete dieser Tage, dass das Land, der weltweit größte Ölimporteur, im Mai 46,60 Millionen Tonnen Rohöl importierte – ein Rückgang um 3 % im Vergleich zum Vormonat, wobei die Einfuhren von Ölprodukten um 12,9 % gefallen seien.
Später am Mittwoch wird der Markt seine Aufmerksamkeit auf den wöchentlichen US-Ölvorratsbericht der Energy Information Administration richten. Analysten von Reuters erwarten, dass die Rohölbestände bis zum 6. Juni um 2 Millionen Barrel zurückgegangen sind, während die Destillat- und Benzinbestände wahrscheinlich gestiegen sind. Diese Schätzungen weisen auf einen größeren Rückgang der Rohöllagerbestände hin als die Zahlen des American Petroleum Institute, das am Dienstag von einem Rückgang um 370.000 Barrel in der vergangenen Woche sprach.

