Offshore-Windbranche vor Herausforderungen: Verzögerungen und fehlendes Interesse bei Ausschreibungen
Die Offshore-Windindustrie sieht sich mit der Möglichkeit konfrontiert, die ehrgeizigen Ausbauziele der Bundesregierung zu verfehlen. Ein wesentlicher Faktor hierfür sind Verzögerungen beim Anschluss der Windkraftanlagen ans Netz, was die Umsetzung der Ausbaupläne erheblich behindert. Besonders die jüngste Ausschreibung für zwei neue Flächen ab 2025 erweckte kein Interesse bei Unternehmen, was dazu führt, dass diese im Juni wiederholt werden muss.
Eine Untersuchung von Deutsche WindGuard aus Varel zeigte, dass Ende des letzten Jahres 1.680 Offshore-Windräder mit einer Gesamtleistung von 9,7 GW installiert waren. Angesichts der Regierungsziele, die Kapazität bis 2030 auf 30 GW zu erhöhen, stellen Prognosen jedoch nur eine Leistung von 20 GW für dieses Jahr in Aussicht. Damit rückt das Erreichen der Zielmarke frühestens auf das Jahr 2032, dabei bleibt selbst dieses Szenario unsicher.
Um diese Entwicklung zu korrigieren, drängen Fachverbände auf eine Reform des Ausschreibungsverfahrens. Der Fokus solle weg von der Maximierung staatlicher Erlöse hin zur tatsächlichen Projektrealisierung verschoben werden. Aktuell werden die Vergaben gemäß dem Windenergie-auf-See-Gesetz primär nach finanziellen Kriterien entschieden. Diese Problematik wurde auch in der "Erklärung von Hamburg" thematisiert, in der sich Deutschland auf dem Nordsee-Gipfel verpflichtete, Ausschreibungen zu stabilisieren.
Absender dieser Untersuchung sind prominente Branchenvertreter wie der Bundesverband Windenergie, der Bundesverband Windenergie Offshore, die Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems sowie die Vereinigungen WAB und Windenergy Network.

