Oettinger im Tarifkonflikt: Schlichtung als Rettungsanker?
Im anhaltenden Tarifstreit bei der renommierten Brauerei Oettinger hat die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) der Unternehmensleitung eine freiwillige Schlichtung vorgeschlagen. Wie die NGG berichtet, sollen die Mitarbeiter ab Montagmorgen, den 1. September, ihren regulären Dienst in der Frühschicht wieder aufnehmen. Bislang äußerte sich die Führung von Oettinger dazu nicht offiziell.
Der Gewerkschaftssekretär Fouad Laghmouch betonte den Wunsch nach einer schnellen Konfliktlösung und geht davon aus, dass auch die Unternehmensleitung an einer zügigen Einigung interessiert sei. Die Gewerkschaft erwartet in den kommenden Tagen den Beginn von Schlichtungsgesprächen. Sollte bis Ende der Woche keine Einigung erzielt werden, drohen ab dem 8. September neue Arbeitskampfmaßnahmen und eine Urabstimmung.
Ein ernstzunehmendes Angebot seitens des Arbeitgebers bei den Entgeltverhandlungen sowie ein zeitnaher Abschluss der Verhandlungen ist das erklärte Ziel der NGG. Zur Unterstützung des Prozesses wurde ein Schlichter vorgeschlagen, dessen Name bereits an die Unternehmensführung kommuniziert wurde. Der Ruf nach einem fairen Tarifabschluss wurde zuletzt von Demonstrationen an Oettingers Hauptsitz in Oettingen sowie an den weiteren Standorten des Unternehmens in Mönchengladbach, Braunschweig und Walldorf laut.
Insgesamt sind bei Oettinger 880 Angestellte tätig. Angesichts der sinkenden Absatzzahlen, die die Branche belasten, plant die Brauerei, im nächsten Jahr die Braunschweiger Zweigstelle zu schließen, was 130 Arbeitsplätze betrifft. In der hitzigen Auseinandersetzung kam es bereits zu einem mehrtägigen Warnstreik, begleitet von scharfen gegenseitigen Vorwürfen: Während die NGG der Unternehmensleitung untragbare Einschnitte vorwirft, beschuldigt diese die Gewerkschaft, den Realitätsbezug verloren zu haben.

