Ölpreise steigen erneut – Nahost-Spannungen befeuern Märkte
Die Preise für Rohöl sind zum Ende der Woche gestiegen und zeigen damit eine bemerkenswerte Erholung nach einem kurzen Rückgang. Während der morgendliche Handel noch wenig Bewegung zeigte, gab es am Nachmittag spürbare Aufschläge. So hat der Preis für ein Barrel der Nordseemarke Brent zur Auslieferung im März einen Anstieg von 86 Cent auf 64,62 Dollar verzeichnet. Auch der Preis für US-amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar erhöhte sich um 82 Cent auf 60,01 Dollar.
Rohstoffexperten der Commerzbank führen diese Entwicklung auf "politische Angebotsrisiken" zurück, die derzeit das Marktgeschehen dominieren. Besonders die angespannte geopolitische Lage rund um die Proteste in Iran hat seit Beginn der Woche für erhöhte Nervosität unter Investoren gesorgt und die Preise nach oben getrieben. Ein Rückgang dieser Sorge zeichnete sich zur Wochenmitte ab, ausgelöst durch beruhigende Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, die Befürchtungen über einen möglichen US-Militärschlag gegen Iran dämpften.
Zum Wochenende hin jedoch stiegen die Ölnotierungen erneut. Berichte über eine verstärkte militärische Präsenz der USA im Nahen Osten, darunter die Verlegung eines Flugzeugträgers, kursierten in der "New York Times" und auf "Axios". Daher hat sich der Ölpreis insgesamt im Wochenverlauf deutlich erhöht – ein Vergleich mit den Preisen vom 8. Januar zeigt beim Brent-Öl noch einen Stand von rund 60 Dollar, bevor sich die Situation im Iran verschärfte.
Obwohl das unmittelbare Risiko einer US-Intervention gegen Iran gesunken ist, bleibt die Situation weiterhin als risikobehaftet eingestuft, so der Rohstoffstratege Warren Patterson von der ING Bank. Mit zunehmender Wartezeit auf eine Reaktion der USA könnte die Risikoprämie jedoch an Bedeutung verlieren.

