Ölpreisdeckel für russisches Öl wird weiter gesenkt: Neuer Mechanismus greift
Die EU-Kommission hat eine erneute Anpassung der Preisobergrenze für russisches Öl bekanntgegeben. Ab dem 1. Februar wird der sogenannte Ölpreisdeckel auf 44,10 US-Dollar pro Barrel von 159 Litern gesenkt. Diese Maßnahme entspringt einem Mechanismus, der im vergangenen Sommer beschlossen wurde. Darin lag die vorherige Preisgrenze bei 47,60 US-Dollar pro Barrel.
Der Ölpreisdeckel betrifft den Handel von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China und der Türkei. Er ist Teil der Sanktionen des Westens, zu denen sich die EU, die USA, Japan, Kanada und Großbritannien 2022 entschieden haben, um Moskaus Einkünfte aus Ölverkäufen während des Krieges gegen die Ukraine zu schmälern und ein unmittelbares Ansteigen der Kriegskasse durch Preisanstiege zu verhindern.
Innerhalb der beteiligten Staaten gab es unterschiedliche Forderungen bezüglich der Höhe des Ölpreisdeckels. Einige befürworteten eine stärkere Senkung, allerdings äußerten andere Sorgen über potenziell unfaire Wettbewerbsnachteile für eigene Schifffahrtsunternehmen falls der Deckel zu niedrig angesetzt würde.
Der im Sommer vereinbarte Kompromiss sorgt dafür, dass die Preisobergrenze regelmäßig angepasst wird und nicht mehr als 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Marktpreis liegt. Bereits zu Anfang wurde die Obergrenze daher von 60 auf 47,60 US-Dollar pro Barrel gesenkt. Mit der neuen Senkung greift erstmals der neue Mechanismus. Der Ölpreisdeckel wird in einem Halbjahresturnus überprüft, wobei auch außerordentliche Anpassungen möglich sind.

