Obama plant weitere Entlassungen aus Guantánamo

04. Januar 2017, 07:09 Uhr · Quelle: dpa

Washington/Guantánamo Bay (dpa) - US-Präsident Barack Obama will in seinen letzten Amtstagen offensichtlich am Plan festhalten, weitere Insassen des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo zu entlassen.

Es seien weitere Transfers von Häftlingen zu erwarten, sagte sein Sprecher Josh Earnest in Washington. Obama würde damit erneut die Vorstellungen seines Nachfolgers Donald Trump mit einer Amtshandlung konterkarieren. Der Republikaner hatte zuvor gefordert, niemanden mehr aus dem Lager zu entlassen.

Trump schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: «Das sind extrem gefährliche Menschen und es sollte ihnen nicht erlaubt werden, in den Kampf zurückzukehren». Der Republikaner hatte im Wahlkampf versprochen, Guantánamo offen zu lassen und es sogar mit weiteren Häftlingen zu füllen.

Das Gefangenenlager war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem damaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Justizverfahren festzuhalten. Mindestens 779 Männer wurden seit Öffnung Guantanamos dort eingesperrt.

Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Häftlinge entlassen. Obama stellte schon im November in Aussicht, dass in seinen letzten Wochen im Amt weitere folgen könnten. Die «Washington Post» berichtete vor einigen Tagen, bis zu 19 Freilassungen seien geplant. Obamas Sprecher Earnest wollte die Zahl nicht bestätigen. An die Adresse Trumps sagte er, dass dieser nach dem 20. Januar die Politik verfolgen könne, die er für die effektivste halte.

Aktuell befinden sich noch 59 Gefangene in dem Lager, von denen 23 die Freigabe zur Entlassung haben. Das sogenannte Periodic Review Board, ein Gremium aus Vertretern mehrerer Ministerien, hat entschieden, dass sie keine bedeutende Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellen und in ihre Heimat oder in ein anderes Land geschickt werden können.

Die Entlassungen ziehen sich oft über längere Zeit hin, weil die US-Regierung Aufnahmeländer für die Männer finden muss. Mehrere der 23 verbliebenen Insassen stammen aus dem Jemen. Wegen der instabilen Lage in dem Bürgerkriegsland wollen die USA aber keine Häftlinge dorthin schicken.

Viele sitzen seit Jahren ohne Anklage in dem Lager fest. Vor Militärkommissionen laufen die Verfahren von zehn Männern. Darunter ist Chalid Scheich Mohammed, der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Die übrigen 26 Häftlinge wurden nie angeklagt. Die USA wollen sie aber nicht freilassen, weil sie sie für zu gefährlich halten.

Obama wollte das von seinem Amtsvorgänger Georg W. Bush errichtete Lager schon im Januar 2009 schließen. Dazu kam es aber nicht - auch weil es Widerstand innerhalb seiner eigenen Regierung gab. Im Februar unternahm er einen neuen Versuch. Der von den Republikanern dominierte Kongress sträubt sich jedoch dagegen, dass die verbliebenen Häftlinge auf amerikanischen Boden verlegt werden. Das Geld für solche Transfers ist nicht bewilligt. Für Menschenrechtsorganisationen wäre das ohnehin nur eine Verlegung des Systems Guantánamo auf amerikanischen Boden.

Amnesty International rief für den 11. Januar zu einer Demonstration auf, um Obama an sein nicht eingelöstes Versprechen zu erinnern, das Lager zu schließen. An diesem Tag jährt sich die Errichtung des Camps zum 15. Mal. Die Menschenrechtler drohten Trump mit hartem Widerstand, sollte er seine Ankündigung wahr machen, weitere Menschen nach Guantánamo zu schicken.

Terrorismus / Verteidigung / Justiz / USA
04.01.2017 · 07:09 Uhr
[0 Kommentare]
Marco Rubio (Archiv)
Neu-Delhi - US-Außenminister Marco Rubio hält den baldigen Abschluss eines Abkommens zur Beendigung des Krieges mit dem Iran weiter für möglich. Dieser könne noch im Laufe des Montags zustande kommen, sagte Rubio in Neu-Delhi. "Wir dachten, wir würden vielleicht gestern Abend oder heute Neuigkeiten erhalten; ich würde da nicht zu viel […] (00)
vor 19 Minuten
Hitzestau? Sonys körpernahe mobile Klimaanlage kühlt dich ab!
Eine Klimaanlage als Wearable? Ja, die gibt’s wirklich, und das schon seit 2019. Jetzt hat der Hersteller Sony seine Reon Pocket Pro noch verbessert, für höhere Kühlwirkung. Nebenbei kann das Gerät den Körper von seinem Platz zwischen den Schulterblättern aus auch wärmen. Es wird einfach an den Hals geclipst und verrichtet dann mindestens 5,5 Stunden am […] (02)
vor 16 Stunden
2CV-Comeback: Legendäre Ente kehrt als Stromer für unter 15.000 Euro zurück
Sie soll, wie früher, ein echtes »Volksauto sein, »gemacht für den Alltag« – und nun die Elektromobilität demokratisieren: Citroën-Chef Xavier Chardo hegt mit dem Comeback der Ente große Pläne. Der legendäre, kurvige Kleinwagen habe, so Chardo, 1948 »Millionen Menschen die Freiheit der Mobilität geschenkt«. Zeit also, den Gedanken auf moderne Art neu zu […] (06)
Samstag um 16:09
Xbox-Spieler müssen ihr Konto jetzt anders schützen – das musst du wissen
Viele Xbox-Spieler kennen diesen Moment: Du meldest dich an, bekommst einen Code per SMS und tippst ihn schnell ein. Jahrelang fühlte sich das wie ein normaler Sicherheitscheck an. Doch genau diese Methode verschwindet jetzt Schritt für Schritt aus dem Microsoft-Ökosystem. Microsoft beginnt damit, SMS als Methode für Anmeldung und […] (00)
vor 49 Minuten
Pfingsten ohne große TV-Andacht: Kirchensendungen schwächeln deutlich
Sowohl Das Erste als auch das ZDF erreichten mit ihren Gottesdiensten und religiösen Formaten am Sonntagvormittag nur überschaubare Reichweiten. Mit religiösen und gesellschaftlichen Themen wollten die öffentlich-rechtlichen Sender am Pfingstsonntag Akzente setzen – das Interesse des Publikums hielt sich jedoch stark in Grenzen. Besonders schwach verlief der Morgen im ZDF: Die Ausgabe 37° Leben […] (00)
vor 1 Stunde
San Antonio Spurs - Oklahoma City Thunder
San Antonio (dpa) - Die San Antonio Spurs haben im Playoff-Halbfinale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen Titelverteidiger Oklahoma City Thunder wieder ausgeglichen. Angeführt von Superstar Victor Wembanyama siegten die Texaner im vierten Spiel deutlich mit 102: 83 (50: 38). Somit steht es zwischen beiden Teams 2: 2. Wer zuerst vier […] (00)
vor 1 Stunde
Marktentwicklung im Feiertagshandel Der deutsche Aktienmarkt wird am Pfingstmontag von positiven Nachrichten über ein mögliches Friedensabkommen im Iran und den Rückgang der Ölpreise beflügelt. Der DAX zeigt sich optimistisch und könnte die Marke von 25.000 Punkten zurückerobern, die zuletzt vor zweieinhalb Wochen überschritten wurde. Der X-DAX deutete […] (00)
vor 35 Minuten
Frische im Alltag trotz tierischer Mitbewohner
Mörfelden-Walldorf, 24.05.2026 (lifePR) - Haustiere bereichern den Alltag, bringen aber je nach Situation auch typische Gerüche mit sich. Besonders in Innenräumen, in denen Hund oder Katze eng mit dir zusammenleben, lassen sich diese nicht immer vermeiden. Feuchtigkeit im Fell nach Spaziergängen, nasse Decken oder die natürliche Haut- und […] (00)
vor 24 Stunden
 
vogel, robin, gefieder, singvogel, vogelkunde, tierwelt, rotkehlchen, frühling, vogelbeobachtung, natur
Sonniges und trockenes Sommerwetter zum Pfingstmontag Pfingstmontag bringt sonniges, […] (01)
Vereinte Nationen (Archiv)
Stockholm - Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri sieht die Zukunft […] (00)
Vater, Mutter, Kind (Archiv)
Berlin - Die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor […] (00)
Friedrich Merz am 21.05.2026
Berlin - Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) wirft Kanzler Friedrich […] (04)
R-Type Dimensions III im Test: Der Herr verzeiht, R-Type nicht!
R-Type Dimensions III ist ein Remake des Shoot-´em Up SNES -Klassikers. Es wurde mit […] (00)
Tennis French Open
Paris (dpa) - Alexander Zverev winkte kurz ins Publikum und sah eher erschöpft als […] (01)
Geopolitische Spannungen und Energiemärkte Die laufenden Überlegungen zu Irans […] (00)
«Wilsberg» läutet WM-Nacht ein
Das ZDF setzt Ende Juni erneut auf den Münster-Krimi «Wilsberg» und greift dabei auf eine […] (00)
 
 
Suchbegriff