Uber plant Übernahme von Delivery Hero: Ein strategischer Schritt mit Herausforderungen

Uber und das Interesse an Delivery Hero
Der US-amerikanische Fahrdienstleister Uber hat sein Interesse an einer vollständigen Übernahme des im MDax notierten Essenslieferdienstes Delivery Hero bekundet. Der Konzern hält bereits 19,5 Prozent der Anteile und hat Zugang zu weiteren Aktien. Uber legte ein Angebot von 33 Euro pro Aktie vor, was jedoch unter dem Schlusskurs vom Freitag liegt. Dennoch stieg der Kurs vorbörslich um fast 6 Prozent auf 35,60 Euro, was die Marktreaktion auf die Übernahmegerüchte verdeutlicht.
Marktreaktion und Analystenmeinungen
Analyst Giles Thorne von der US-Investmentbank Jefferies äußerte sich am Wochenende skeptisch über das Angebot von Uber. Er betont, dass viele Investoren bereit seien, mehr als 40 Euro für ihre Anteile zu verlangen. Die Unsicherheit über die nächsten Schritte ist hoch, insbesondere aufgrund möglicher wettbewerbsrechtlicher Herausforderungen. Auch in der "Financial Times" wurde berichtet, dass der Rivale DoorDash ebenfalls Gespräche mit Anteilseignern führe, was die Wettbewerbssituation zusätzlich kompliziert.
Strategische Überlegungen für Uber
Laut dem JPMorgan-Experten Marcus Diebel könnte eine Übernahme für die Aktionäre von Delivery Hero ein lohnenswerter Schritt sein, vor allem nach der jüngsten Kursrally. Für Uber wäre dieser Deal strategisch sinnvoll, da er sowohl die geografische Expansion als auch Synergien fördern könnte. Allerdings sieht auch Diebel regulatorische Hürden, die den Prozess erschweren könnten.
Kursentwicklung und Unternehmensbewertung
Die Aktien von Delivery Hero haben in den letzten zwei Wochen fast 70 Prozent zugelegt und schlossen letzte Woche bei 33,59 Euro, was dem Unternehmen einen Börsenwert von über zehn Milliarden Euro verleiht. Dies zeigt das hohe Interesse der Investoren an der potenziellen Übernahme und die damit verbundenen Wachstumserwartungen.
Unternehmensprofil und Marktposition
Obwohl Delivery Hero seinen Sitz in Berlin hat, ist das Unternehmen nach dem Verkauf seines Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande nicht mehr operativ tätig. Dennoch zählt Delivery Hero zu den größten Essenslieferdiensten weltweit, insbesondere durch seine starke Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika. Uber betreibt mit Uber Eats ebenfalls einen Essenslieferdienst und könnte durch eine Übernahme von Delivery Hero seine Marktstellung in Deutschland und anderen Regionen erheblich stärken.
Beteiligung von Prosus und weiteren Investoren
Vor einer Woche gab Delivery Hero bekannt, dass Uber nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals hält, zusätzlich zu 5,6 Prozent in Form von Optionen. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus, die zuvor Anteile an Delivery Hero hielt, hat ihre Beteiligung im Zuge des Kaufs von Just Eat Takeaway reduziert. Aktuell hält Prosus noch etwa 16,8 Prozent, während Aspex Management 14,4 Prozent der Anteile kontrolliert.
In einem Bloomberg-Bericht wurde zudem erwähnt, dass Uber auch andere Anteilseigner ansprechen könnte, um seinen Anteil weiter auszubauen. Die US-Bank Morgan Stanley hat Uber dabei unterstützt, seine Beteiligung durch Derivate zu erhöhen, und hält nun indirekt über 30 Prozent der Anteile.
Insgesamt bleibt die Situation spannend, da die Übernahme von Delivery Hero durch Uber nicht nur für die beiden Unternehmen, sondern auch für die gesamte Branche weitreichende Konsequenzen haben könnte. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein, um das Wachstum und den Shareholder Value in diesem dynamischen Marktumfeld zu sichern.

