Schwefelsäureknappheit: Ein Risiko für die Rentabilität von Kupferminen

Ein kritischer Rohstoff für die Kupferproduktion
Die Nachfrage nach Kupfer ist ungebrochen, doch die für dessen Produktion erforderlichen Rohstoffe stehen zunehmend unter Druck. Besonders die aktuelle Verknappung von Schwefelsäure verdeutlicht, wie empfindlich die Rentabilität von Kupferminen von scheinbar kleinen Faktoren abhängen kann.
Gunnison Copper (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) hat kürzlich eine aktualisierte wirtschaftliche Machbarkeitsstudie (PEA) für sein Kupferprojekt in Arizona veröffentlicht. Diese Studie präsentiert ein vielversprechendes wirtschaftliches Profil mit einem abgezinsten Kapitalwert nach Steuern von etwa 2 Milliarden USD und einer internen Rendite von 22,5 %. Diese Berechnungen basieren auf einem Kupferpreis von 4,60 USD pro Pfund, während der aktuelle Marktpreis bereits bei 6,30 USD liegt.
Geopolitische Herausforderungen und ihre Folgen
Gunnison Copper verfolgt eine klare Strategie mit dem Fokus auf "Copper Made in The USA", was den Bestrebungen der Trump-Regierung entspricht, geopolitisch sichere Lieferketten aufzubauen. In Zusammenarbeit mit der Rio Tinto-Tochter Nuton wird bereits Kupfer für den heimischen Markt produziert, wobei Amazon AWS zu den Abnehmern zählt.
Die Diskussion über Kupfer konzentriert sich oft auf die Nachfrageseite, insbesondere in Bezug auf Megatrends wie Künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und Rüstungsproduktion. Der Angebotsseite hingegen wird weniger Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl sie durch lange Vorlaufzeiten und einen Mangel an größeren Entdeckungen stark eingeschränkt ist.
Auswirkungen des Irankriegs auf die Rohstoffversorgung
Eine genauere Betrachtung der Angebotsseite ist jedoch unerlässlich, insbesondere angesichts der jüngsten Entwicklungen. Peking hat die Ausfuhr von Schwefelsäure aufgrund von Störungen in der Lieferkette infolge des Irankriegs eingestellt. Schwefelsäure ist ein wesentlicher Bestandteil für die Herstellung von Batterien, Düngemitteln und für die Metallverarbeitung.
China war zwar ein bedeutender Exporteur von Schwefelsäure, benötigte jedoch importierten Schwefel, der oft als Nebenprodukt der Ölraffination gewonnen wird. Der Nahe Osten, als einer der Hauptproduzenten, sieht sich nun durch die Schließung der Straße von Hormus mit Handelsunterbrechungen konfrontiert, die die Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe für die Kupferproduktion beeinträchtigen.
Steigende Kosten und ihre Auswirkungen
Die Unterbrechungen in der Lieferkette treffen auf ein bereits angespanntes Angebotsumfeld und verstärken den Kostendruck. Laut S&P Global Analystin Katherine Matthews werden die globalen Kupferbergbaukosten in diesem Jahr voraussichtlich um 5,1 % steigen, wobei insbesondere die Preise für Schwefelsäure und Schwefel maßgeblich dazu beitragen.
Zusätzlich wirken sich Engpässe bei Treibstoff und Strom auf die Betriebsabläufe in der Bergbau- und Verarbeitungsindustrie aus, was die Herausforderungen für Kupferproduzenten weiter verstärkt.
Strategien zur Sicherung der Rentabilität
In diesem Kontext wird die Lieferkette für Kupferproduzenten immer wichtiger. Die Herkunft der benötigten Energie und der Inputfaktoren wie Schwefelsäure entscheidet zunehmend über die Rentabilität. Gunnison Copper hat daher in seiner PEA auch eine eigene Säureanlage eingeplant, die mit Investitionskosten von 282,3 Millionen USD veranschlagt wird.
Die geplante Anlage soll täglich 2.700 Tonnen Schwefelsäure produzieren. Bei übersteigendem Eigenbedarf rechnet Gunnison mit Preisen von 210 USD pro Tonne. Ein Überschuss könnte zu einem Preis von 190 USD pro Tonne an lokale Abnehmer verkauft werden. Die benötigten Vorprodukte können aus der US-Öl- und Gasindustrie bezogen werden, was die Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten erhöht.
Fazit: Chancen und Risiken für Investoren
Die vor Ort produzierte Säure wird zudem zur Stromerzeugung genutzt, was die Betriebskosten weiter senken könnte. In der PEA für 2024 rechnet das Unternehmen mit einem Preis von 36 USD pro Tonne unter Berücksichtigung von Gutschriften für Kraft-Wärme-Kopplung.
Investoren, die in den Megatrend Kupfer investieren, sollten die Verwundbarkeit gegenüber Störungen in der Lieferkette, insbesondere im Energie- und Transportsektor sowie bei der Versorgung mit Schlüsselprodukten wie Schwefelsäure, im Auge behalten. Gunnison Copper ist durch seine Standortwahl und die geplante Säureproduktion gut positioniert, um im unteren Bereich der globalen Kostenkurve zu operieren. Dies könnte dem zuletzt konsolidierenden Aktienkurs des Unternehmens eine positive Wendung geben.

