Nvidia springt Intel zur Seite: Überraschendes Bündnis im Chipmarkt
Nvidia hat mit einer unerwarteten Investition von fünf Milliarden US-Dollar entscheidende Unterstützung für den angeschlagenen Chiphersteller Intel angekündigt. Das Abkommen, das in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Unternehmen bekannt gegeben wurde, sieht eine Partnerschaft vor, um gemeinsam Chips für Rechenzentren und PCs zu entwickeln. Nvidia erwirbt Intel-Aktien zu einem Preis von 23,28 US-Dollar pro Stück. Diese strategische Allianz überraschte die Märkte: Während im vorbörslichen US-Handel die Intel-Werte um 29 Prozent zulegten, stiegen die Nvidia-Anteile um rund drei Prozent.
Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der Intel aufgrund von Marktanteilsverlusten und organisatorischen Herausforderungen unter Druck steht. Während der Konzern einst den Halbleiter-Markt dominierte, musste er in den vergangenen Jahren insbesondere im Wachstumsbereich der Künstlichen Intelligenz Rückschläge hinnehmen, wo Nvidia inzwischen führend ist. Auch im Segment der PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren spürt Intel zunehmend den Konkurrenzdruck.
Trotz früherer Expansionspläne, die unter dem ehemaligen CEO Pat Gelsinger vorangetrieben wurden, musste Intel unter der Leitung des neuen CEOs Lip-Bu Tan große Einschnitte vornehmen, darunter den Rückzug von Investitionsplänen in Magdeburg und die Entlassung von Tausenden Mitarbeitern. Der aktuelle Personalabbau, der bis Jahresende abgeschlossen sein soll, reduziert die Belegschaft auf etwa 75.000.
Die technische Integration der Architekturen beider Unternehmen stellt einen spannenden Aspekt der neuen Partnerschaft dar. Intel wird die Grafiktechnologie von Nvidia in seinen PC-Chips einsetzen, während die eigenen Prozessoren von Intel in Rechenzentrumsprodukten, die um Nvidia-Hardware herum aufgebaut sind, Verwendung finden. Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown sieht in dieser Investition vor allem einen politischen Vorteil für Nvidia, da der finanzielle Einfluss auf den KI-Giganten eher gering sei.
Auch die geopolitische Dimension dieser Partnerschaft ist bedeutsam: Nach einer angekündigten Beteiligung der US-Regierung von zehn Prozent an Intel im August und der jüngsten Investition der Softbank Group in Höhe von zwei Milliarden Dollar fließt nun auch Nvidias Kapital in den krisengeschüttelten Chiphersteller.

