Nvidia rechnet ohne den chinesischen Markt: US-Beschränkungen prägen die Prognosen
Nvidia-CEO Jensen Huang hat angekündigt, die Umsätze und Gewinne aus dem chinesischen Markt künftig aus den Prognosen des Unternehmens auszuklammern. Dies erscheint angesichts der strikten US-Handelsbeschränkungen, die den Verkauf von Chips in die Region einschränken, als notwendiger Schritt.
Huang äußerte gegenüber CNN, dass er nicht darauf setze, dass die USA die Exportkontrollen im Zuge der Handelsgespräche mit China in London aufheben. Sollte es jedoch zu Lockerungen kommen, sähe Huang darin einen willkommenen Bonus. Seinen Investoren und Aktionären habe er bereits mitgeteilt, dass künftig der chinesische Markt nicht mehr in den Vorhersagen berücksichtigt wird.
Erneut kritisierte Huang die US-Exportkontrollen und stellte deren Wirksamkeit infrage. Seiner Meinung nach sollten Ziele solcher Maßnahmen klar formuliert und kontinuierlich auf ihre Zielerreichung überprüft werden. Im Mai hatte Huang die neuen US-Beschränkungen, die den Verkauf des H20-Chips in China untersagten, als hinderlich für den globalen Erfolg von Nvidia bezeichnet.
Die restriktiven Maßnahmen haben sich im ersten Quartal mit Umsatzeinbußen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar bemerkbar gemacht; im zweiten Quartal werden weitere Verluste von 8 Milliarden erwartet. Trotz eines Umsatzes von 4,6 Milliarden Dollar aus H20-Verkäufen in China vor Inkrafttreten der Beschränkungen, die 12,5 % des Gesamtumsatzes ausmachten, sieht sich Nvidia gezwungen, umzuplanen.
Um den chinesischen Markt dennoch zu bedienen, plant Nvidia nun die Einführung eines neuen, preiswerteren KI-Chipsatzes. Die Massenproduktion soll bereits im Juni anlaufen, wie Reuters exklusiv im Mai berichtete.

